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Alt 27. Februar 2012, 15:14   #1
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Schatten über Seenhain

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Schatten über Seenhain

Die Sonne kroch langsam über den Horizont und tauchte die Bergspitzen des Rotkammgebirges in das charakteristische blutrote Licht, dass dem Gebirge seinen Namen gab.
Die Vögel in den Bäumen zwitscherten fröhlich, während die kleine Kutsche die Brücke über den See entlangratterte. Als sie Seenhain erreichte, berührten bereits die ersten Sonnenstrahlen den Boden. Eine leichte Brise wehte und machte die sich anbahnende Wärme des Tages erträglich. Kurz gesagt, es war ein herrlicher Morgen.
Die Kutsche stoppte vor dem Gasthaus des idyllischen Örtchens. „Wir sind soeben in Seenhain angekommen!“, verkünndete der Kutscher gutgelaunt vom Bock aus. „Alles aussteigen!“
Mehrere Personen kletterten aus dem Inneren der Kutscher. Die meisten betraten sofort die Taverne, wohl Abenteurer oder Geschäftsleute. Agatha Perthens allerdings wandte sich von dem Gasthaus ab und ging die Hauptstraße gen Osten hinauf. Sie war eine ältere Dame, deren silbernes Haar zu einem strengen Knoten gebunden war. Sie war nach Seenhain gekommen, um ihre Tochter und deren Mann einen Besuch abzustatten. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie von der Hauptstraße abbog und auf das Häusschen zulief, indem ihre Tochter lebte. Sie hatte ganz vergessen, wie schön Seenhain zu dieser Jahreszeit war. Vergnügt klopfte sie an die Tür.
Niemand antwortete. Agatha klopfte noch einmal, dieses Mal etwas lauter, doch wieder kam keine Antwort. Vielleicht schlafen sie noch, dachte sie verärgert. Die alte Frau drückte gegen die Tür, die sich widerstandslos öffnen ließ. Mit einem Schulterzucken trat sie ein. Dann würde sie eben in der Stube warten, bis ihre Tochter sich zum Aufstehen bequemte.
Doch als sie das Haus betrat, schlug ihr ein merkwürdig süßlicher Geruch entgegen. Verwundert schnupperte sie. Der Geruch kam aus den oberen Stockwerken. Sie kannte sich mit solchen Dingen nicht aus, aber es roch beinahe wie der Gestank der Verwesung. Besorgt kraxelte sie die Treppe zum Schlafzimmer hinauf. Der Geruch wurde stärker, er schien direkt aus dem Schlafzimmer zu kommen.
Verwundert rief sie nach ihrer Tochter. „Mary? Seid ihr da drinnen?“
Keine Antwort. Agatha schluckte, als sie die Tür zum Schlafzimmer vorsichtig aufschob. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, was sich im Innern des Zimmers befand.
Dann schrie Agatha Perthens aus Leibeskräften.

Reya Dawnlight von der Stadtwache rümpfte erneut die Nase. Der Gestank in dem kleinen Zimmer war alles andere als angenehm. Was allerdings nicht verwunderlich war, wenn man die Szenerie betrachtete.
Reya hatte gerade ihren morgendlichen Patroulliengang entlang der Hauptstraße von Seenhain begonnen gehabt, als eine ältere Frau völlig atemlos und panisch schreiend auf sie zugestürmt war. Die Alte war kreidebleich gewesen und hatte etwas von zwei Leichen geschrien und dabei wild gestikuliert. Reya war ihr sofort zu dem Haus gefolgt, aus dem sie gekommen war. Doch was immer sie auch erwartet hatte, es war nicht das, was sie in dem kleinen Schlafzimmer vorgefunden hatte. Im ersten Moment musste die junge Stadtwächterin einen heftigen Würgereiz unterdrücken.
Das große Bett in der Mitte des Raumes war mit getrockneten Blutflecken übersät, doch das war nicht alles. An den hölzernen Schränken rechts und links an den Wänden hingen zwei tote Körper. Beide waren bereits von der Verwesung angegriffen und mit zahlreichen Wunden entstellt. Den Körpern nach handelte es sich um einen Mann und eine Frau. Beide waren nackt und an Hand- und Fußgelenken mit langen, rostigen Nägeln an die Schränke gepinnt worden. Doch das schlimmste waren die Gesichter. Von beiden Gesichtern war die Haut vollständig abgezogen worden, so dass anstelle der Gesichter nur zwei morbide grinsende Totenschädel auf das Bett zu starren schienen.
Es stank fürchterlich. Maden krochen aus den Körperöffnungen und Fliegen schwirrten überall im Raum umher. Reya holte tief Luft und versuchte sich zu konzentrieren. Dass es sich hier offensichtlich um einen Mord handelte, war kaum zu übersehen. Die junge Offizierin schluckte und warf einen Blick zu ihrem Vorgesetzten, Major Flintstone, den sie sofort verständigt hatte. Der kräftige Soldat hatte gerade die völlig aufgelöste alte Dame herausgebracht, die die Leichen entdeckt hatte. Mit einem Seufzen sah er sich um. Auch sein Gesicht war angesichts der entstellten Leichen etwas blass geworden.
„Was für eine abscheuliche Tat.“, stellte er fest. „Haben Sie die Spuren schon aufgenommen, Dawnlight?“
Reya nickte und blickte auf das Pergament in ihrer Hand. „Zwei Leichen, eine männlich, eine weiblich. Beide weisen schwere Schnittwunden auf. Zahlreiche Blutflecke auf dem Bett und am Boden. Gesichter zur Unkenntlichkeit entstellt.“
Mit einer knappen Handbewegung nahm der ältere Offizier den Bericht hin. Langsam schritt er das Zimmer ab. „Die Wunden wurden vermutlich mit einem langen Messer oder einem Schwert zugefügt. Offenbar sind sie die Todesursache. Dem Blut zufolge können wir davon ausgehen, dass die beiden Opfer in diesem Raum ermordet worden sind. Der Verteilung des Blutes nach zu urteilen, sind sie erst erstochen worden, dann an die Schränke gepinnt worden.“ Er sah sich weiter um und rieb sich das Kinn.
Reya trat näher an eine der Leichen heran. Sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihr der Gestank und die Leichen zusetzten. „Irgendwelche Anhaltspunkte, wer der Mörder ist oder wie er eingedrungen ist?“
„Da die Tür nicht abgeschlossen war, ist er vermutlich dort eingedrungen. Da der Großteil der Blutflecken sich auf dem Bett befindet, sind sie vermutlich im Schlaf erstochen worden.“
In diesem Moment betrat der Priester der Gemeinde Seenhain, Pfarrer Alvarich Lightbender, den Raum. Auch er musste husten und wandte sich mit grünlichem Gesicht ab, als er die Leichen erblickte. Als er sich wieder gefasst hatte, seufzte er schwer. „Beim heiligen Licht! Für diese Schäfchen kommt jeder Segen zu spät. Ich kann nichts mehr für sie tun.“
Reya hatte, obwohl sie eher eine Kämpferin war, selbst die Lehren des Lichtes erforscht und hatte sich vom Pfarrer ein wenig Lehren lassen, wie man das Licht anrief. „Aber Pfarrer, gibt es nicht auch Gebete oder Sprüche, die einen Toten wieder zum Leben erwecken können?“, fragte sie.
Lightbender wandte sich zu ihr und lächelte. „Das ist richtig, mein Kind. Jedoch beherrschen nur die wenigsten und mächtigsten Priester und Paladine diesen Zauber.“, er seufzte wieder. „Und selbst wenn ich es könnte, diese Leichen sind bereits zu stark verwest, um etwas zu tun. Es tut mir leid, mein Kind.“
Major Flintstone nickte grüblerisch. „Er hat Recht. So wie sie aussehen, sind diese beiden armen Teufel schon seit mehreren Tagen tot. Das bedeudet, der Mörder ist wahrscheinlich schon längst über alle Berge. Ich bezweifle, dass eine ausgiebige Fahndung Sinn hätte.“
Er wandte sich um und bedeutete den anderen beiden, das Zimmer zu verlassen. Vor der Tür verabschiedete er den Priester, dann wandte er sich an Reya. „Das war sicher nicht leicht für Sie, Dawnlight. Ich glaube, ich kann Ihnen für heute Dienstfrei geben. Gönnen Sie sich etwas Ruhe.“
Der Major salutierte knapp und marschierte dann davon.
Reya starrte ihm hinterher. Sie war verärgert, wie schnell er eine Untersuchung abgetan hatte. Kopfschüttelnd wandte sie sich um und ging zu dem erstbesten Ort, der ihr einfiel: Die Taverne.
Im Innern herrschte das übliche Treiben. Seenhain war keine große Stadt, deshalb war hier auch nur selten etwas los. Drei Männer spielten an einem Tisch in der Ecke Karten, zwei weitere standen am Tresen. Weitere Gäste saßen an den Tischen verteilt.
Reya bestellte sich ein Glas Wasser und ließ sich grübelnd an einem leeren Tisch nieder. Wahrscheinlich hatte der Major Recht, dachte sie, während sie sich eine Strähne blonden Haars aus dem Gesicht strich. Sie bemerkte die Blicke einiger Männer. Ohne Zweifel besaß die junge Frau eine gewisse Attraktivität. Reya war anfang zwanzig, und besaß ihrer militärischen Ausbildung entsprechend einen schlanken, athletischen Körper. Ihr freundliches, offenes Gesicht wurde von dichtem hellblonden Haar umrahmt und ihre Augen waren Haselnussbraun. Doch die Rüstung einer Stadtwache hielt die meisten Männer davon ab, sie anzusprechen. Das war auch besser so, denn auf die Gesellschaft der meisten Männer, die sich in der Taverne herumtrieben, konnte Reya gut verzichten.
Sie wandte den Blick wieder ihrem Glas zu, dass sie nachdenklich in der Hand drehte. Wahrscheinlich hatte der Major Recht und der Mörder war längst über alle Berge. Sie fragte sich, wann man die Leichen wohl entdeckt hätte, wenn die Mutter der Betroffenen nicht zu Besuch gekommen wäre. Reya selbst überlegte, wann sie Mary Perthens oder ihren Mann das letzte Mal gesehen hatte. Sie konnte sich nicht erinnern.
Die Perthens hatten etwas abseits von der Hauptstraße gelebt und die Taverne nie besucht, so dass man sie nur selten zu Gesicht bekam. Nur ab und zu hatten sie sich in der Öffentlichkeit blicken lassen. Doch wann war das letzte Mal gewesen?
Während Reya sich angestrengt versuchte zu erinnern, blendete sie das Treiben in der Taverne um sich herum aus und merkte kaum noch, was um sie herum passierte…
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Alt 27. Februar 2012, 20:57   #2
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Albrecht betrat mit schnellen Schritten die Taverne von Seenhain und nickte dem Wirt zu, der schon bescheid wusste. Es war jeden Tag dasselbe, immer wenn der junge Mann mit seinen kurzen schwarzen Haaren, mit ungepflegten Dreitagebart die Taverne betrat, setzte er sich an einen der freien Tische, bestellte sich ein Bier, sowie etwas zu essen. Albrecht war nämlich der zweite Lehrling des Schmiedes, welcher erst vor einigen Monaten seine Lehre begonnen hatte. Die Arbeit war anstrengend, aber der 18 Jährige brauchte nun einmal das Geld. Außerdem gab es nicht so viele Möglichkeiten für einen jungen Mann eine Arbeit zu bekommen und da er nun mal recht fit und kräftig war, war dies die bestmögliche Stelle.

„Danke.“

Meinte Albrecht zum Wirt, als dieser ihm einen Krug Bier, sowie einen Teller Eintopf auf den Tisch stellte. Der Lehrling war schon so etwas wie ein Dauergast wenn man so wollte, da er immer zum Essen herkam, schließlich musste er bei Kräften bleiben. So machte er sich begierig über die Mahlzeit her und hörte wie zwei Männer am Nebentisch über ein grauenvolles Ereignis redeten. Irgendetwas von Mord und unglaublich, dass so etwas hier in Seenhain geschah und ähnliches konnte Albrecht heraushören. Er verstand immer nur kleine Teile des Gesprächs, doch im Moment lies es den Jungen noch kalt. Zuerst würde er fertig essen, danach würde er nachfragen von was die Beiden da redeten. Denn es wäre einmal ganz etwas neues, wenn in dem Ort hier etwas Aufregendes passieren würde.
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Alt 05. März 2012, 17:57   #3
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Draussen vor der Kneipe saß indessen abgelegen eine Person auf einem' der für Seenhain markanten, dicken Holzpfosten, die aus dem Boden rausragten und dies nicht nur am Rand zum See.

Die Gestalt machte mit ihrem Aussehen den Eindruck eines heruntergekommenen Wanderer's oder Zauberkundigen. Die Person trug eine blassbraune Robe, die eine Kapuze besaß und bis auf das Gesicht den Großteil ihres Kopfes verdeckte. In den rau aussehenden Händen blätterte diese in einem' Buch herum, das vom weiten etwas mitgenommen aussah.

Es war ein auf den ersten Blick etwas älter aussehender Mann mit einem recht kurzen, aber stark ausgeprägten Bart, der ihm einen Hauch von adeligen Zügen verlieh. Der Bart verlief nämlich nur genau an der Kinnlinie entlang und mündete in der Mitte seines Kinn's in einer leichten Verlängerung, die ein an einen Ziegenbart erinnerte.

Alles in allem wirkte das Aussehen der Person recht simpel und unweigerlich etwas streng...
Auffällig war, das die Augen des Mannes recht blass schienen und einen leichten Blauton besaßen. Man konnte vermuten, das er auf einem Auge vielleicht blind war, oder aus irgendeinem' Grund vielleicht einfach nur schlechte Augen hatte.

Aber das würde man nur denken, wenn man es unbedingt wollte. Da er immerhin entgegen der Sonnenrichtung lesen konnte, sodass diese ihm mindestens halbwegs direkt in's Gesicht schien, konnte man sicher davon ausgehen, das seine Augen uneingeschränkt funktionierten.

Manchmal allerdings blinzelte er leicht hin- und her...

... augenscheinlich wartete er hier auf irgendjemanden.
Zu den Anwohnern gehörte er wohl nicht und niemand hatte auch genau gesehen, wann der Mann plötzlich in Seenhain aufgetaucht war.


Vielleicht ein zufällig vorbeikommender Reisender, oder ein Mitglied irgendeines Geheimdienstes des Königshauses von Sturmwind?
Diese sollen ja angeblich gerne Boten nach Seenhain schicken, da dies so abgelegen und ruhig ist...
Doch dies waren nur abenteuerliche Erwägungen.
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Alt 05. März 2012, 21:54   #4
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Reya bemerkte die Ankunft des Schmiedelehrlings nur am Rande. Der junge Mann setzte sich unweit von ihr an einen Tisch und bestellte seine übliche Bestellung. Sie wollte sich gerade wieder ihren Gedanken widmen, als sie aufhorchte. Zwei Männer am Tisch neben dem Schmied tuschelten aufgeregt etwas. Reya runzelte die Stirn, als sie Fetzten des Gesprächs auffing. Es ging um „Mord“, „Leichen“ und „schreckliche“ Dinge. Dies war mal wieder der Beweis, wie schnell sich Gerüchte in einem so kleinen Dorf herumsprachen. Mehrere Tage lang hatte niemand Notiz von der Abwesenheit der Perthens genommen, aber nachdem man Leichen entdeckt hatte, wussten es plötzlich alle.
Plötzlich zog etwas anderes Reyas Aufmerksamkeit auf sich. Am Tisch der Kartenspieler, nahe bei dem um diese Zeit nicht entzündeten Kamin, war es laut geworden. Die Stadtwächterin blickte herüber. Zwei der Kartenspieler kannte sie, es waren Hank Smokey und Krom Bullseye. Wann immer Reya die beiden gesehen hatte, hatten sie irgendwo gesessen und Karten gespielt. Doch der dritte Mann war offenbar ein Fremder. Seine Gesichtszüge waren ungewöhnlich scharf geschnitten, der Teint etwas dunkler als hier üblich und das bräunliche Strubbelhaar hing ihm ein wenig ins Gesicht. Sie musste feststellen, dass er auf eine etwas verwegene Weise sehr gut aussah.
Hank war jetzt aufgestanden und zeigte mit dem Finger auf den Mann. „Ihr seid ein Schurke und ein Falschspieler!“, sagte er laut. „Ein gottverdammter Betrüger!“
Krom nickte und erhob sich ebenfalls. „Aufknüpfen sollte man ihn!“, rief er erbost, während er bedrohlich mit der geballten Faust herumfuchtelte. Der Fremde blieb ruhig sitzen lächelte beschwichtigend. „Behaupten kann das jeder, doch könnt Ihr es auch beweisen?“
Krom wurde rot vor Zorn und kam auf den Mann zu. „Ich brauche nichts beweisen! Hank hat es gesehen und ich hab es gesehen, wie die letzte Karte gerade aus deinem Ärmel gerutscht ist du betrügerischer Hundesohn!“, fluchte er aufgebracht. Seine wild fuchtelnde Faust verfehlte das Gesicht des Mannes nur um Zentimeter.
Der Fremde sprang auf und starrte Krom bedrohlich an. Im Stehen konnte man sehen, dass sein Körper zwar schlank, aber durchaus durchtrainiert war. Doch noch etwas kam zum Vorschein: Am Gürtel des Mannes hingen zwei lange, blitzende Messer. „Ich bin also ein Betrüger, ja?“, knurrte der Mann und legte die Hände auf die Messergriffe. „Sag das nochmal, du stinkiger…“
„Sofort aufhören!“
Reyas Stimme schnitt dem Fremden das Wort ab. Mit einem Stirnrunzeln drehte er sich um und musterte die Stadtwächterin von oben bis unten. Seine Hände blieben auf den Messern ruhen. Krom drehte sich sofort um. „Ah, jemand von der Stadtwache!“, seufzte er erleichtert. Die Farbe, die beim Anblick der Messer etwas aus seinem Gesicht gewichen war, kehrte langsam zurück. „Dieser Mann ist ein Falschspieler und Betrüger! Und ein Fremder noch dazu! Dürfen wir ihn aufknüpfen?“
Reya schüttelte den Kopf und legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter, allerdings ohne den Blick von den Messern abzuwenden. Sie musste mit einem Mal an die Schnitte auf den Körpern der Leichen denken. Messer wie diese könnten durchaus die Ursache dafür sein. Sie taxierte den Fremden misstrauisch, während sie überlegte, wie sie die Situation am Besten entschärfen könnte.
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Geändert von theUnf0rgiven (05. März 2012 um 21:56 Uhr)
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Alt 06. März 2012, 13:04   #5
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Albrecht war gerade mit dem Essen fertig geworden, als es in der Taverne laut wurde. Wie sich herausstellte gab es Streit beim Kartenspielen. Der Schmiedelehrling nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Bierkrug und beobachtete das Geschehen stumm. Anscheinend hatte einer der Mitspieler betrogen, jedenfalls behaupteten dies die beiden anderen Mitspieler, welche auch Albrecht kannte. Da der junge Mann selbst öfters mitspielte um sich die Zeit zu vertreiben, sowie zu entspannen. So schmunzelte Albrecht zu Beginn einfach nur, da es nichts Ungewöhnliches war, dass es zu einem Streit beim Kartenspielen kommen könnte.

“Heut scheint ja mal wieder einiges los zu sein. Merkwürdige Gerüchte und nun eine Auseinandersetzung.“

Ging es Albrecht durch den Kopf, als der Streit ernster wurde, als der Fremde seine Hände schon an seinen Klingen hatte und sich so die Stadtwache Reya, welche auch in der Taverne anwesend gewesen war, in das Geschehen einschaltete. Er kannte sie vom sehen und von einigen flüchtigen, meist oberflächlichen Gesprächen. Doch eines war ganz klar, es war eine heikle Situation, welche gleich ernst werden könnte, da nicht einzuschätzen war wie der Fremde reagieren würde. So überlegte Albrecht ob er etwas unternehmen sollte. Schließlich trank er den letzten Rest seines Bieres aus. Ob er es tat um seinen Mut zu stärken, oder doch nur um seinen Durst zu stillen war nicht wirklich ersichtlich, doch schließlich erhob er sich langsam und räusperte sich.

“Ich will ja nicht stören, aber wie wäre es mit einer neuen Partie? Welche von der Stadtwache überwacht wird? Dann kann niemand betrügen und es besteht die Chance für euch beide euer Geld zurückzugewinnen, während der Fremde die Möglichkeit hat, seinen Gewinn gegebenenfalls zu erhöhen. Wie heißt es immerhin unter uns Spielern so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Außerdem ist der Tag heute doch viel zu schön um einen Kampf anzufangen. Nichts was man nicht bei einem Krug Bier und einer guten Kartenpartie regeln könnte. Für den Fall der Fälle würde ich mich auch als Mitspieler anbieten, falls gewünscht.“

Meinte der Schmiedelehrling am Ende seiner Worte mit einem amüsierten Schmunzeln. Ja er stand zu dieser Aussage, er spielte selbst für sein Leben gerne und riskierte manchmal auch so einiges von seinem Geld, manchmal gar zu viel. Doch bis jetzt hatte es meist ein gutes Ende für Albrecht gehabt.
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Alt 09. März 2012, 17:43   #6
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Fast den ganzen Morgen hatte sich der fremde Mann in Seenhain unauffällig darüber erkundet, ob man hier die eine oder andere Leiche gefunden hätte - von jemanden, der über die Tage hier verschwunden sei'...

Und sehr zu seiner Nachdenklichkeit hatte man ihn bestätigt... ... ... so langsam konnte er also das Bewegungsmuster erkennen, in denen die Morde geschahen.
Irgendwer schien sich da für ungeheuer mächtig zu halten - und hoffentlich war es nur blutrünstiger Abschaum.

Nach langen Versuchen, in denen der Fremde fast schon jämmerlich wie ein Bettler darum bat, hatte man ihn endlich unter Aufsicht von zwei Stadtwachen einen Blick auf die Entstellten werfen lassen, die man schon in Kürze einäschern würde wollen...


Es missfiel' ihm nicht nur, das sie so aussahen, wie auch in den anderen Städten und Orten die Opfer aussahen - sondern das es wirklich genauso aussah, wie... ...

" Jemand scheint hier Ritualmorde der abartigsten Sorte durchzuziehen... ! Wenn dazu auch noch mehrere, mächtige Magiewirker dahinterstecken, könnte in den nächsten Monaten ein größerer Dämonenfürst damit angerufen werden, wenn meine Befürchtungen eintreffen... !"


Verdammt! An wen sollte er sich nur wenden? Die meisten Menschen würden ihn sicherlich nur für einen wandernden Spinner, einen umherziehenden Verrückten halten - und weitere widerrum würden in ihm einen Täter vermuten, wenn nicht gar vielleicht DEN Täter, der all' diese Leute auf dem Gewissen hatte!

" Bei Lothar's Bartspitze ... ... würden die Wächter von Tirisfal noch leben, wäre das ganze kaum der Mühe wert! Nun stehe ich hier und kein Landei' oder Truppenmitglied Sturmwind's wird auch nur eine Ahnung haben, das vielleicht ein neuer Kult von Geisteskranken dahinterstecken könnte!"


Es war zu markant, als das es nach einem' Zufall aussehen tut. Es sieht genauso aus, wie aus den alten Wälzern aus der Scholomance.
Den Opfern scheinen Teile der Haut des Blutes als Zutaten für ein Gemisch genommen worden zu sein - lediglich die sonst so üblichen Anrufungszirkel und Kreise fehlen bei diesen Morden.

Allerdings ... ... ...


War das ganze vielleicht auch eher das Werk vieler, verschiedener Täter - anstatt weniger, die nach einem Serienmuster mordeten.
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Alt 09. März 2012, 22:08   #7
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Die Augen des Fremden huschten hin und her zwischen Reya, Albrecht und Kartenspielern. Er schien die Anwesenden abschätzend zu mustern. Dann zuckte er mit den Schultern. Sein Blick wanderte zu Albrecht. „Schön, dann spielt Ihr mit den beiden alten Griesgramen weiter.“
Er ging auf die Tür zu, doch Reya stellte sich ihm in den Weg. Verdutzt sah der Fremde sie an. Dann huschte ein verwegenes Lächeln über sein Gesicht. „Wollt Ihr mich vielleicht auf mein Zimmer begleiten, junge Dame?“, sagte er mit spöttischem Unterton. „Ich bin zwar nicht wirklich gefährlich, aber wenn Ihr mich unbedingt begleiten wollt, hätte ich nichts einzuwenden.“
Die Stadtwächterin verzog keine Miene. „Nicht gefährlich? Das sehe ich anders.“ Ihr Blick blieb auf seinen Messern hängen. Ohne Zweifel wären diese Waffen fähig gewesen, Wunden von der Tiefe der auf den Leichen gefundenen Schnitte zu verursachen.
Der Fremde runzelte die Stirn. „Ernsthaft? Wollt Ihr mich jetzt festnehmen, weil ich beim Kartenspielen ein wenig getrickst habe?“
„Normalerweise würde ich Euch mit einer Verwarnung davonkommen lassen. Aber die Umstände erfordern etwas schärferes Hinsehen.“, erwiderte Reya. „Zwei Bewohner des Ortes sind vor kurzem auf grausame Weise ermordet worden. Ihr seid ein Fremder, anscheinend ein Betrüger und Eure Klingen sind sicherlich nicht zum Brot schneiden gedacht.“, sagte sie ernst.
Der Mann starrte sie unverwandt an und sein Gesicht zuckte kurz. Doch einen Sekundenbruchteil später war sein Ausdruck wieder ungerührt. „Ein Mord? Wo? Und wann?“, fragte er tonlos.
Reyas Blick fixierte ihn abschätzend. Sie wusste nicht recht, was sie denken sollte. „Die Leichen sind schon etwas älter, aber die Art, wie sie getötet wurden, ist bestialisch.“
Der Fremde zuckte mit den Schultern. „Ich bin erst heute hier angekommen, der Wirt kann es Euch bestätigen.“, sagte er ungerührt. „Somit dürfte Euer Verdacht hinfällig sein. Ich mag vielleicht ein Spitzbube sein, ein Halunke und ein Tunichtgut, Mylady, aber ich bin kein Mörder.“ Obwohl er diese Worte sehr ernst sagte, zwinkerte er ihr dabei mit einem Auge zu. „Wenn Ihr erlaubt, ziehe ich mich jetzt zurück. Falls Ihr mich später noch einmal aufsuchen wollt, fragt nach Renald Cheaptrick. Der Wirt wird Euch meine Zimmernummer sagen.“
Stirnrunzelnd blickte Reya ihm hinterher, als er die Treppe zu den Schlafräumen hinaufstieg. Dann ging sie zum Wirt.
„Edward, könntest du mir einen Gefallen tun?“, fragte sie den backenbärtigen Mann.
Der Wirt grinste. „Für dich immer Reya, du hältst mir doch den Laden hier sauber.“
Sie nickte. „Nichts zu danken, das ist mein Job. Aber könntest du ein Auge auf diesen Gesellen haben? Ich traue ihm nicht ganz. Wie lange hat er sein Zimmer bezahlt?“
„Erstmal für drei Nächte. Aber er meinte, vielleicht würde er länger bleiben.“
„Gut. Falls er früher abreisen will, unterrichte mich bitte sofort. Ohne Beweise kann ich ihn nicht festhalten, aber der Kerl bleibt verdächtig. Gestalten wie ihn findet man hier nicht oft.“, sie wandte sich ab und sprach zu den Anwesenden. „Dass hier ein Mord geschehen ist, weiß wohl mittlerweile der halbe Ort. Falls irgendjemand etwas Verdächtiges gesehen haben sollte, oder einen nützlichen Hinweis hat… zögert nicht, euch an die Stadtwache zu wenden.“
Nach diesen Worten verließ sie die Taverne. Über diese Ereignisse musste sie erstmal eine Nacht schlafen. Auf jeden Fall hatte sie das Gefühl, dass diese Sache noch nicht beendet war. Auch wenn Ihr Vorgesetzter anderer Meinung war.


Der Mond war halb von den Wolken verdeckt, als das Wesen durch die dunklen Straßen Lakeshires schlich. Trotz der jüngsten Tragödie patroullierten nachts offenbar keine Stadtwachen. An die Wände eines Hauses gedrückt, schlich die Kreatur hin zu dem einen Haus, aus dem der Gestank kam. Auch wenn ihre Augen in der Dunkelheit ebenso scharf sehen konnten wie bei Tage, dieses Haus hätte sie selbst blind gefunden. Der Gestank nach Verwesung stach geradezu in ihre feine Nase. Vorsichtig schoben die klauenbewehrten Hände des Wesens die Tür auf. Sie quietschte nicht und so konnte das Wesen unbemerkt die Treppe hochschleichen. Oben angekommen, verzog die Kreatur das Gesicht. Hier war der Gestank noch schlimmer, doch als sie den Raum betrat wusste sie auch warum. Wachsam huschte ihr Blick von den beiden Leichen an der Wand zum Blut auf dem Bett und wieder zu den Leichen. Die Kreatur näherte sich den Leichen und schnüffelte. Wie vermutet, beide waren bereits seit mehreren Tagen tot. Fünf oder sechs Tage mussten es mindestens sein. Mit seinen Nachtaktiven Augen musterte das Wesen die Schnittwunden auf den entstellten Körpern, dann schlich es zum blutbespritzten Bett. Beinahe genüsslich sog es den Geruch des getrockneten Blutes ein. Doch plötzlich stutzte es. Hatte seine Nase es getäuscht? Aber die Kreatur war sich so sicher gewesen… Neugierig streifte es mit der Klaue über eine Blutlache und steckte sie in den Mund. Der Geschmack war ungewohnt vertraut. Aber das konnte nicht sein… Oder doch?
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Alt 10. März 2012, 14:26   #8
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Die Situation beruhigte sich zu Albrechts Überraschung recht schnell, sowie anders als erwartet. Denn der Fremde meinte, dass der junge Mann mit den beiden Herren Karten spielen sollte, er hatte genug riskiert, für den heutigen Tag. Doch bevor der Fremde gehen konnte, stellte sich ihm Reya ihn den Weg. Der Unbekannte lies sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, ganz im Gegenteil, er nützte die Gelegenheit um die Stadtwache anzumachen, wenn auch ohne Erfolg. Leicht amüsiert schüttelte Albrecht seinen Kopf, der Falschspieler, wie er schließlich zugegeben hatte, war ganz schön dreist.

“Mumm hat er, das muss man ihm lassen. Aber ob er mit dieser Methode wirklich so viel Erfolg hat?“

Ging es dem Schmiedelehrling immer noch leicht schmunzelnd durch den Kopf, als Reya schließlich bestätigte, was Albrecht schon zuvor wage gehört hatte. Hier in dem sonst so ruhigen und langweiligen Ort Seenhain war ein Mord geschehen. Der Blick von Albrecht wurde sofort ernst, also stimmten die Gerüchte wirklich, unfassbar. Jetzt war auch klar warum die Stadtwache gegenüber dem Fremden so misstrauisch war, es ergab Sinn. Doch ob der Unbekannte wirklich ein Mörder war, oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort? Der junge Mann fuhr sich nachdenklich durch seinen Dreitagebart. Zwar hatte er sich gewünscht, dass hier einmal etwas los wäre, aber gleich ein Mord? Das hatte er sich nicht erhofft gehabt. Aber eines war klar, der Mörder musste gefunden werden. Denn so eine Tat durfte nicht ungestraft bleiben.

“Na und wie sieht es aus, habt ihr beiden noch Lust auf eine Partie?“

Fragte der junge Schmiedelehrling um sich abzulenken und auf bessere Gedanken zu kommen. Aber die beiden Spieler hatten nach der Aufregung mit dem Betrüger für den heutigen Tag genug. So bestellte sich Albrecht mit einem enttäuschten Seufzer noch ein Bier, bevor er schließlich wieder an seine Arbeit ging und nach Beendigung dieser gleich Nachhause, um in sein Bett zu gehen, da er vom ganzen schmieden doch recht müde war.
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Alt 12. März 2012, 19:47   #9
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Er wusste, das ihn dies nicht unbedingt sicherer machte, doch er beschloß, in einem' abgelegenen Gästezimmer im Ratshaus zu übernachten...

Ein ehemaliger Freizeit-Möchtegern-Kundiger wie er, der sich in Büchern vergräbt, wo andere ständig irgendwelche arkanen Zauber üben und wirken - ein Gegenstandsverzauberer und Alchemist war er verglichen mit den meisten, anderen...

... ... es war einfach schlichtweg unmöglich für ihn, in der Taverne zu übernachten.
Er bezahlte sogar Siebzig Silberstücke an den Hausmeister als Zeichen des guten Willen's und um zu beweisen, das er kein Schmarotzer war, der umsonst hier übernachten wollte.

Doch wenn er eines vermeiden wollte - dann auf jeden Fall, das ihn einer der vielen Herumreisenden innerhalb der Taverne erblickt und als Gast vermutet...

Wenn es nämlich so ist, wie es in den anderen Dörfern auch immer war, dann ist der Mörder eventuell noch mindestens ein paar Tage im Dorf... ... und wird vor seiner Abreise noch mindestens ein weiteres Opfer ermorden.


" Dies wäre dann der beste Moment, ihn auffliegen zu lassen und ihn zu stellen...
... ... ich kann und will einfach nicht mit dem Gedanken leben, das man meinen ehemaligen Kollegen und Lehrer beschuldigt, dahinter zu stecken... ... und ihn solcher Schandtaten beschuldigen, NUR weil er verschwunden ist... !"



Die üblichen Vorbereitungen waren getroffen. Er war genauso vorgegangen, wie früher auch immer.
Nur mit dem Unterschied, das er inzwischen, heute und nach Jahren, viel besser geworden war.
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Alt 12. März 2012, 20:29   #10
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Am nächsten Morgen betrat Reya mal wieder die Taverne. Da das Frühstück in der Kaserne der Stadtwache alles andere als hohe Kochkunst war, zog sie es des Öfteren vor, hier zu speisen. Obwohl es recht früh war, sah sie bereits einige bekannte Gesichter. Der Schmiedelehrling saß heute mit den Kartenspielern am Tisch, die Swayze-Brüder hatten bereits um diese Uhrzeit das erste Bier in den Händen und in einer abgelegen Ecke saß der Fremde, der gestern der Falschspielerei überführt worden war. Die Kartenspieler warfen ihm gelegentlich einen düsteren Blick zu, sonst war aber alles friedlich. Seufzend bestellte Reya sich ein Spiegelei mit Würstchen und ließ sich unweit des Fremden nieder, um ihn im Auge behalten zu können. Er wirkte heute weniger frisch als gestern, dunkle Stoppeln überzogen seinen Kieferbereich und er wirkte unausgeschlafen.
Als der Wirt ihre Bestellung brachte, begann sie eilig zu essen. Heute würden die Leichen aus dem Haus abtransportiert werden, um das was von ihnen übrig geblieben war, angemessen zu bestatten.
Als sie im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm, sah sie überrascht auf. Der Fremde war aufgestanden und kam auf sie zu. Ohne um ihre Erlaubnis zu bitten, setzte er sich ihr gegenüber. Er zwinkerte ihr zu, wirkte aber sonst eher nachdenklich. Reya öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber der Mann kam ihr zuvor.
„Ich wollte mich nur für mein Betragen gestern entschuldigen.“, sagte er geradeheraus. Verdutzt starrte sie ihn an. „Ich verstehe, dass Ihr unter Stress steht wegen dieser Mordsache. Ich wollte Euch nicht noch zusätzlichen Ärger machen.“
Misstrauisch runzelte sie die Stirn. Das passte gar nicht zu dem Eindruck, den sie gestern gewonnen hatte. Unwirsch winkte sie ab.
Der Fremde lächelte jetzt. „Ich werde hier bleiben, solange ich noch unter Verdacht stehe und mich für Fragen zur Verfügung stellen.“, sagte er mit einem leicht spöttischem Unterton, der schon eher zu ihm passte. „Aber ich könnte Euch auch bei der Ermittlung behilflich sein. Ich bin viel herumgekommen und habe schon einiges gesehen. Meine Erfahrung könnte Euch von Nutzen sein.“
Reya schüttelte unwirsch den Kopf. „Nein danke. Wir können das Problem auch ohne die Hilfe von umherziehenden Taugenichtsen lösen. Der Mörder wird ohnehin längst über alle Berge sein. Die Leichen sind schon mehrere Tage alt.“
„Das glaube ich nicht.“
Verdutzt starrte sie ihn an. „Was? Wisst Ihr etwas darüber?“
Er schüttelte den Kopf. „Ich habe Vermutungen, mehr nicht. Lasst mich die Leichen, bevor sie beerdigt werden, noch einmal sehen und untersuchen. Wie gesagt, ich habe Erfahrung. Ich kann Euch helfen.“
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Alt 13. März 2012, 17:47   #11
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Albrecht mochte den neuen Tag. Nicht nur das ihm das Essen in der Taverne heute besonders gut geschmeckt hatte, nein er hatte auch sehr viel Glück beim Kartenspielen. Er hatte nämlich nur Gewonnen, ja so ein Start in den Tag war einfach nur schön. So war es nicht verwunderlich, dass der Schmiedelehrling sehr guter Laune war.

“Danke für die Spiele, aber ich habe für den Moment genug. Außerdem geht die Arbeit bald los, sollte vorher noch etwas entspannen. Aber als Entschädigung, dass ich euch ausgenommen habe, spendiere ich euch ein Bier.“

Kaum zu Ende gesprochen setzte der junge Mann seine Worte auch schon in die Tat um, bestellte beim Wirten die Biere und für sich selbst ein Glas Milch. An sich war Albrecht ja selbst ein Freund dieser edlen, kühlen, alkoholischen Flüssigkeit. Doch da es noch recht früh am Morgen war und er arbeiten musste, verzichtete er darauf, jedenfalls für den Moment. Zu Mittag würde er sich dann ein kühles Bier gönnen, nachdem er fleißig gearbeitet hatte. Aber dadurch, dass er zur Theke gegangen war, hatte Albrecht auch den Schluss des Gespräches von Reya und dem Fremden gehört. Verwundert brachte sich so auch der Schmiedejüngling in das Gespräch.

“Entschuldigung für die Unterbrechung, aber worauf beruht die Vermutung? Wenn ihr schon Erfahrung mit solchen Sachen habt, klingt das für mich persönlich nicht gerade vertrauenswürdig. Wie auch, wenn jemand öfters etwas mit Mord zu tun hat? Natürlich will ich nichts unterstellen, aber wenn man schon so daherredet, sollte man auch sagen woher man seine Erfahrungen und Vermutungen hat. Andernfalls ist es normal gleich etwas Schlechtes anzunehmen, vor allem in der heutigen, gefährlichen Zeit. Wenn so etwas wie ein Mord selbst in einem sonst so ruhigen Ort wie Seenhain geschieht.“

Der Blick des schwarzhaarigen Mannes war ernst, aber nicht unfreundlich. Ja es war eindeutig keine Anschuldigung, oder Herausforderung, sonder eine schlichte Feststellung die Albrecht kundtat. Er war nun mal direkt, aber brachte sein Anliegen somit gleich auf den Punkt. Wie der Fremde wohl darauf reagieren würde? Immerhin legte Albrecht sonst keine aggressive Haltung oder ähnliches an den Tag, im Gegenteil, er stand recht entspannt da.
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Alt 16. März 2012, 18:37   #12
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Perfekt! Man stellte ihm nicht halb soviele, lästige Fragen, wie er zuerst befürchtet hatte - und ließ ihn sogar nahezu "umsonst" einen Braten mitessen, weil er Morgen's dem Schlachter beim ausnehmen eines großen Wildschwein's mitgeholfen hatte.

Was für ein Leben! So kernecht und natürlich - ein Urlaub von seiner sonstigen Heimat und seinem' Alltag, wenn auch hart und anstrengend.
Nun würde der schwierigere Teil kommen... ...


Würde er sich einfach umhören und die Leute fragen, würde der eventuell noch hier rumlaufende Mörder schnell ahnen, das ihm jemand auf der Schliche ist.
Dazu kann er sich auch mal eben sehr schnell selber verdächtig machen, wenn er es falsch angeht, oder einfach nur ein wenig zuviel Pech hat.

Doch das war es ihm wert... ... ... für seinen Kameraden ... für seinen einstigen "Lehrer" !!
So wie es aussieht, wird er sich darauf beschränken müssen, die Anwohner Nachts mittels Magie ausspionieren zu müssen. Mit einem' der wenigen Sprüche, die er kennt.

Erst war die Möglichkeit sehr verlockend', den Wirt zu befragen ... ... ... doch was ist, wenn dieser in den Morden irgendwie mit drinsteckt??
Die Wahrscheinlichkeit, das es sich um mehrere Täter handelte - oder eben Syndikats-Strukturen, die in jeder Stadt und jedem' Dorf mindestens Einen fest angereisten Mitarbeiter hatten, war bei solch einer Organisation und dem Muster gar nicht unwahrscheinlich, mitdem die Morde verübt wurden.


Bei Thoradin's Wall, wenn Mathias Shaw ihn doch jetzt sehen könnte!
Er selber verrichtet die ganze Arbeit, die der dämliche SI:7 Geheimdienst von Sturmwind verrichten sollte.
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Alt 16. März 2012, 18:57   #13
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Der Fremde, der sich am vorherigen Abend als Renald Cheaptrick vorgestellt hatte, musterte den Schmiedelehrling, der ihn von der Seite angesprochen hatte, scharf. Dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht. „Eure Intelligenz straft Euer bäuerliches Aussehen Lügen, junger Mann.“, sagte er augenzwinkernd. Ohne die Frage Albrechts zu beantworten, drehte er sich wieder zu Reya um. „Ihr solltet Euch auf die Hilfe, die Euch angeboten wird, einlassen. Die stadtwache wird nicht mit allen Problemen allein fertig. Lasst Euch helfen.“
Reya starrte ihn unsicher an. Sie war ziemlich verwirrt. Was wusste dieser Mann? Warum wollte er ihr unbedingt helfen? Schließlich zuckte sie die Schultern. „Von mir aus, seht Euch die Leiche an. Aber nur unter meiner Aufsicht.“, sagte sie ein wenig steif.
Renald grinste breit und wandte sich zu Albrecht um. „Und vielleicht will dieser junge Mann hier ja auch mal einen Blick darauf werfen. Ich bin sicher, sein helles Köpfchen könnte Euch behilflich sein.“, obwohl die Worte wie ein Kompliment klangen, war der leicht spöttische Unterton in seiner Stimme nicht zu überhören.
Reya wirkte noch immer verärgert, wollte die Sache aber offenbar hinter sich bringen. „Nun gut, folgt mir. Aber wenn Ihr Unsinn macht, bekommt Ihr meinen Zorn zu spüren.“, sagte sie warnend.
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Alt 17. März 2012, 17:06   #14
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Albrecht schmunzelte nur stumm, als Renald meinte er sei klüger als er aussehe, sagte dazu jedoch nichts. Immerhin gab der Schmiedelehrling nicht so viel auf das Lob eines Fremden, wo man nicht wusste wie ernst es wirklich gemeint war, zum anderen brauchte er ja auch nicht jeden Kommentar bewerten und beantworten. Als sich das Gespräch jedoch wieder auf die Leichen lenkte und ihm auch angeboten wurde mitzukommen, nickte der junge Mann schließlich.

“Ja ich komme auch mit. Außerdem keine Sorge Reya, ich stelle schon keinen Blödsinn an.“

Die Aussage von Renald lies Albrecht indessen unkommentiert. Er hatte keine Lust sich auf eine Diskussion oder ähnliches einzulassen. Zudem war er schon mehr als zufrieden damit die Leichen sehen zu dürfen und vielleicht bei der Lösung des Falles zu helfen. Schließlich durfte der, oder die Täter einer so schrecklichen Tat nicht ungeschoren davonkommen. So folgte Albrecht der Stadtwache und Renald einfach stumm. Was der junge Mann nun wohl zu sehen bekommen würde?
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Alt 26. März 2012, 07:08   #15
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Das Prickeln von Magie war für einen Moment auf der Haut der Anwesenden zu spüren...
Und dann war es auch schon wieder vorbei... so schnell, wie es gekommen war.
Was war das? Eine Einbildung? Ob die Anderen es auch bemerkt hatten?

Eine Irritation, aufgrund des schönen Tages, der sich langsam über das Rotkammgebirge ergab?
Wie auch immer - auf dem Weg zur Leiche konnte man ganz schwach das Gefühl mal stärker, mal schwächer spüren - aber es war definitiv vorhanden. Wie eine verwirrte Reaktion der Haut, nachdem man unfreiwillig ausgerutscht und im juckenden Kothaufen eines Ettin's gelandet war.

Das Gefühl verfolgt sie, bis hinein an den Ort, an den man den Verstorbenen gebracht hatte... ... ... und vielleicht auch seinen Mitbewohner.
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Alt 26. März 2012, 14:57   #16
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Als sie den Raum betraten, waren bereits zwei Mitglieder der Stadtwache anwesend. Die Leichen hingen noch immer an die Schränke gepinnt, aber man hatte bereits weiße Laken geholt, um sie darin einzuwickeln. Renald, der unterwegs ein seltsames Prickeln im Nacken gespürt hatte, sah sich misstrauisch um.
„Ihr habt fünf Minuten.“, sagte Reya knapp. „Dann werden die Leichen abgenommen und eingepackt.“
Renald nickte nur kurz und ging auf die entstellten Leichname zu. Bei Tageslicht bestätigte sich sein Eindruck noch. Er sog den modrigen Verwesungsgestank im Raum durch die Nase auf. Dann wandte er sich wortlos zu dem Bett um und inspizierte die blutverschmierten Leichen. Abermals atmete er tief ein, schien den Blutgeruch förmlich aufzusaugen. Dann richtete er sich auf und sah die Stadtwächterin an. „Wie lautet Eure Version des Tathergangs, wenn ich fragen darf?“
Nach kurzer Überlegung entschied sich Reya, es ihm zu erzählen. „Der Menge an Blut nach zu urteilen, sind die Opfer auf dem Bett ermordet worden, wahrscheinlich im Schlaf überrascht. Danach hat man ihnen…“, sie schluckte kurz. „Die Haut von den Gesichtern entfernt und sie an die Schränke gepinnt.“
Renald lächelte kurz. „Fällt Euch etwas an dem Blut auf dem Laken auf?“
Reya stutze. „Was sollte mir auffallen? Es ist rot, mittlerweile stark eingetrocknet und ziemlich viel.“
„Es ist Schweineblut.“
Die junge Stadtwächterin weitete ihre Augen verwirrt. „Schweineblut? Woher wollt Ihr das wissen?“
Der Mann zuckte die Schultern. „Geruch, Konsistenz. Und es ist zu gleichmäßig verteilt um bei einem tätlichen Angriff verspritzt worden zu sein. Offenbar will uns hier jemand glauben machen, dass die beiden im Bett ermordet wurden. Diese beiden armen Seelen…“, er nickte zu den Leich am Schrank hin, die gerade von den zwei anderen Stadtwachen abgenommen und in Laken gewickelt wurden. „Diese armen Seelen sind nicht in diesem Raum gestorben. Man hat sie an einem anderen Ort getötet und dann hierher geschafft. Dann hat der Mörder das Schweineblut auf dem Bett verteilt, um den Eindruck zu erwecken, sie währen im Schlaf erstochen worden.“ Nachdenklich strich er sich über das stoppelige Kinn.
Reya starrte ihn völlig verwirrt an. „Woher wollt Ihr das wissen? Verschweigt Ihr mir etwas?“
Renald ging nicht auf die Frage ein. „Wann sagtet Ihr, wurden die vermutlichen Opfer das letzte Mal im Dorf gesehen?“
Ärgerlich sah sie ihn an, antwortete aber: „Vor sechs Tagen.“
Der Fremde nickte und drehte sich zu ihr um. „Diese Leichen sind nicht Mr und Mrs Merthens.“
„Okay, das reicht!“, erwiderte Reya scharf und legte die Hand auf ihren Hammer. „Wer seid Ihr und was wisst Ihr über die Sache? Ihr werft hier mit abenteuerlichen Vermutungen um Euch, von deren Richtigkeit Ihr offenbar völlig überzeugt seid. Allmählich glaube ich, Ihr steckt tiefer in der Sache drin, als Ihr zugeben mögt!“
Stirnrunzelnd sah Renald sie an. Natürlich hatte sie Grund zur Aufregung. Sollte er seine Identität offenbaren? Aber in diesem Fall konnte er niemand trauen, das hatten seine Untersuchungen gerade eben mehr als bewiesen. In dieser Sache war nichts so wie es den Anschein haben sollte und das war mit Bedacht und Planung so arrangiert worden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt konnte er niemandem Vertrauen, nicht einmal der Stadtwache. Bedächtig schüttelte er den Kopf. „Ich versichere Euch, ich habe mit dem Ableben dieser Personen nichts zu tun. Was mein Wissen über den Fall betrifft, das habe ich mir gerade eben angeeignet. All die Dinge, die ich gerade aufgezählt habe, hätte Euch jeder Ermittler des SI:7 auch sagen können. Schweineblut riecht anders als Menschenblut und anhand der vorangeschrittenen Verwesung der Leichen kann man erkennen, dass sie bereits länger als eine Woche tot sind. Also waren sie bereits tot, als die Merthens noch gesichtet worden sind. Das man die Haut von ihren Gesichtern abgezogen hat, war nicht irgendein perverses Ritual, sondern diente offensichtlich der Verschleierung ihrer Identität.“
Fassungslos starrte Reya den Fremden an. Was der Mann sagte, ergab sogar Sinn. Dennoch beunruhigte sie die Sicherheit, mit der er all das von sich gab, zutiefst. Sie war sich sicher, dass dieser Renald etwas zu verbergen hatte. Und sie würde herausfinden, was. „Aber wenn diese Leichen nicht die Merthens sind… wo sind sie dann?“
In diesem Moment gab es Gepolter von der Treppe und ein weiterer Stadtwächter stürmte in den Raum. Er schwitzte in seiner Rüstung sah erschrocken aus. „Sgt. Dawnlight, Sgt. Dawnlight!“, keuchte er schwer.
Verwirrt blickte Reya ihn an. „Was ist los?“
„Pfarrer Lightbender ist verschwunden!“
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Alt 30. März 2012, 23:38   #17
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Stumm betrat Albrecht den Raum und sah sich in aller Ruhe um. Er wollte zuerst einmal alles betrachten bevor er seine Meinung abgab. So kam der junge Mann auch nicht drum herum die Unterhaltung zwischen Reya und Renald mit anzuhören. Doch noch sagte Albrecht nichts, sondern blickte sich weiter stumm um, ging einmal an die eine Stelle, nur um Augenblicke später wo anders zu stehen. Schließlich meinte auch er.

“Ich muss gestehen was Renald von sich gibt, klingt sehr plausibel, obwohl ich mich mit Schweineblut nicht auskenne. Aber das mit dem vorgetäuschten Ritualmord kann ich nur bestätigen. Ich habe noch nie von einem gehört wo „nur“ das Gesicht entstellt wird. Normalerweise hört man ja immer von verschiedenen Zeichen, Runen, merkwürdigen Gerüchen und wer weiß was noch. Aber das trifft hier alles nicht zu, was mir merkwürdig erscheint."

"Außerdem, haben die Merthens Verwandte denen man schreiben, oder einen Boten schicken kann, um nachzufragen ob sie diese nicht besuchen, oder ähnliches? Nur um sicher zu gehen. Zusätzlich würde es beweisen, dass unser noch recht unbekannter Freund hier, ein gutes Näschen hat, oder doch mehr mit der Sache zu tun hat als er zugibt. Was im Moment beides gut möglich wäre.“


Wie zur Bestätigung, kaum als Albrecht zu Ende gesprochen hatte, tauchte eine andere Stadtwache auf und erzählte, dass der Pfarrer verschwunden war. Kein gutes Zeichen, immer mehr merkwürdige Sachen geschahen in dem sonst so ruhigen Ort Seenhain. Die erste die Frage Albrecht in den Sinn kam, obwohl er nicht von der Stadtwache war.

“Wie lange ist er schon verschwunden?“
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Alt 31. März 2012, 03:15   #18
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... ... an einem' leicht abgelegenen Ort in der Nähe, saß der Mann im Schneidersitz Schatten, hinter einer Hauskante und schien in tiefer Meditation versunken.

Was er da machte, konnte als illegal und Störung der Privatsphäre der Bürger Sturmwind's ausgelegt werden. Ihm blieb aber keine Wahl...
Für seinen alten Lehrer und Kollegen, musste er soweit gehen. Auch, wenn er unbescholtenen Bürgern mit dem "Auge von Kill'rog" nachstellt und ihre Tätigkeiten auskundschaftet.


Sein Interesse lag nun auf einer Gruppe an Leuten, die wohl nicht zueinander gehörten. Eine dort beteilligte Frau schien zur Wache von Seenhain dazu zu gehören - und mindestens einer der beiden Männer schien ebenfalls Nachforschungen an diesem' Fall zu betreiben, wenn er sich nicht irrte.

Die Versuchung, zu ihnen aufzuschliessen und darum zu bitten, das er mitforschen dürfte in diesem' Fall, ergriff' für einen Moment von ihm Besitz...
Doch das durfte er sich jetzt nicht leisten! Einmal weil es verdächtig wäre, wenn er nun ganz plötzlich bei ihnen erscheinen würde - und ausserdem ist er sich noch nicht ganz sicher, ob nicht mindestens eine von diesen Personen der Täter oder ein Helfershelfer von diesem' sein konnte.


Letzterer Gedanke würde vor allem' dann Sinn machen, wenn der Täter selbst jemand ist, der in Seenhain lebt und dort arbeitet...
So oder so: Seine Chancen, was herauszufinden, steigen, wenn er andere Leute beobachtet, die sich ebenfalls mit diesem' Fall befassen.

Da niemand sein Auge von Kill'rog sehen oder hören kann - aber er alles sehen und leise auch hören kann, was in dessen Nähe gesprochen wird, sind diese Drei Leute vor dem Auge für ihn im Moment nun der heisseste Draht, in diesem' Fall voranzukommen...

Geändert von DerOrk (31. März 2012 um 03:18 Uhr)
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Alt 03. April 2012, 10:38   #19
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Der Stadtwächter, der die Nachricht vom Verschwinden des Pfarrers gebracht hatte, drehte sich zu Albrecht um, als er dessen Frage hörte. „Er ist heute morgen nicht zum Gottesdienst erschienen. Die Gemeinde hat eine Weile gewartet, schließlich ist jemand zu seiner Wohnung in dem kleinen Haus neben der Kirche gegangen und wollte nach ihm sehen. Man fand seine Tür offen und sein Zimmer verwüstet.“
Reya nickte und sah sich noch einmal im Zimmer um. Hier gab es vorerst nichts mehr zu tun. „Kommt, wir nehmen das sofort unter die Lupe.“, sagte sie und lief eilig die Treppe hinunter.
Obwohl Reyas Worte wohl eher ihrem Stadtwachen-Kollegen gegolten hatten, heftete sich auch Renald an ihre Fersen und folgte ihr zum Haus des Pfarrers. Es war wie beschrieben. Die Tür stand sperrangelweit offen und hing nur noch in einer Angel, das bescheidene Zimmer, indem der Pfarrer lebte, war verwüstet. Das Regal mit den Gebetsbüchern war umgekippt, die Bücher auf dem Boden verstreut, ein Bild war von der Wand gefallen und mehrere Stühle umgeworfen.
„Scheint, als hätte es hier einen Kampf gegeben.“, bemerkte der Stadtwächter. Reya nickte, nachdenklich. Es sah ganz danach aus. Offenbar war der Pfarrer gewaltsam überwältigt worden. Oder er wurde angegriffen und konnte fliehen, schoss es ihr durch den Kopf. Dann bemerkte sie auf dem Boden zwischen den Büchern einen dunklen Fleck und trat näher.
Blut.
Sie drehte sich zu Renald um und winkte ihn heran. Es wunderte sie nicht, dass er ihnen gefolgt war. Als er herangetreten war, deutete sie auf den Fleck. „Was sagt Ihr dazu?“
Renald hockte sich hin und nahm den Fleck in Augenschein. Er sog erneut Luft ein, dann strich er mit dem Finger über die kleine Lache. Sie war noch flüssig. „Dieses Blut ist ziemlich frisch, höchstens drei oder vier Stunden alt.“, stellte er fest. Dann steckte er den Blutgetränkten Finger in den Mund. „Aber dieses Mal ist es eindeutig Menschenblut.“
Reya nickte ob dieser Information, war aber sichtlich beunruhigt durch die Tatsache, dass der Fremde Menschenblut offenbar am Geschmack erkennen konnte. Sie erhob sich und sah sich um. Auf der Türschwelle bemerkte sie einen weiteren Fleck. Er war weitaus kleiner als der Erste. Und als die junge Stadtwächterin von der Türschwelle nach draußen war, stutzte sie. Das Gras vor dem Haus war stellenweise stark geplättet, als hätte jemand einen schweren Sack dort entlanggeschleift. „Sieht aus, als wäre hier jemand eingedrungen und hat den Pfarrer bewusstlos geschlagen. Wahrscheinlich hat er eine kleine Platzwunde am Kopf erlitten. Anschließend hat der Entführer ihn nach draußen geschleift.“ Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, wie Renald ihre These aufnahm, aber der Mann rührte sich nicht. Reya trat erneut auf die Schwelle und betrachtete die Schleifspur. „Die Spur führt nach Norden. Beeilen wir uns, vielleicht finden wir Lightbender noch lebendig!“
Mit diesen Worten begann sie der Spur zu folgen, den anderen Stadtwächter auf den Fersen.
Renald sah sich noch einmal kurz im Raum um, um sich die Details einzuprägen, dann folgte er den beiden Stadtwachen unaufgefordert nach Norden, Richtung Wald.
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Alt 03. April 2012, 16:24   #20
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Der Pfarrer war also noch nicht lange verschwunden. War ja an sich eigentlich ein gutes Zeichen, vor allem da die Spuren und Hinweise hoffentlich dementsprechend frisch waren. Ging es Albrecht durch den Kopf, der Reya, der anderen Stadtwache und Renald auch sofort hinterherlief, als diese sich in Bewegung setzten. Kaum als der junge Mann das Haus des Vermissten betrat, musste er erhebliche Unterschiede zum letzten Tatort feststellen. Da hier die Türe anscheinend gewaltsam aufgebrochen wurde und ein großes Chaos, sowie durcheinander herrschte. Dies passte überhaupt nicht zu dem Bild, welches er gerade vor wenigen Minuten bei den anderen Leichen gesehen hatte.

“Merkwürdig.“ Meinte Albrecht nur nachdenklich leise zu sich selbst. Stumm blickte er sich um und konnte nur zustimmen, es schien ein Kampf stattgefunden zu haben. Zudem schien es sich dieses Mal um Menschenblut zu handeln, wie Renald ihnen mitteilte. Aber nicht nur dies, die Spur war noch frisch, wortwörtlich, da das Blut noch nicht eingetrocknet war und man sogar Schleifspuren gefunden hatte. Anscheinend wurde der Pfarrer entführt. Doch dies war ein völlig neuer Fall, passte überhaupt nicht zu dem anderen Vorfall. War es nur eine Strategie um abzulenken und Verwirrung zu verursachen, oder handelte es sich vielleicht sogar um komplett unterschiedliche Täter? Albrecht wusste es nicht, aber es störte ihn, dass nun alles so anders passierte als vorher, irgendetwas stimmte nicht. Doch leider konnte er noch nicht sagen was, nur eins wusste er, er blieb misstrauisch.

Viel Zeit blieb dem jungen, schwarzhaarigen Mann nicht, da alle schon in Richtung Wald losliefen. So tat er das einzige Richtige, wie er fand und folgte ihnen. Schließlich war er nun ja auch mehr oder weniger an der Ermittlung beteiligt. Zudem wenn man den Pfarrer noch lebend finden konnte, war dies nur gut und wichtig. Immerhin hatte es schon zwei Tote zu viel gegeben, wer auch immer die Opfer nun waren. So stürmte auch Albrecht den anderen in Richtung Wald hinterher.
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Alt 05. April 2012, 17:03   #21
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Was sollte er machen... ...? Sollte er ihnen in den Wald folgen? Sie rennen da so hin, als wenn sie jemandem' auf den Fersen sind, oder eine Ahnung haben, wo sie nach weiteren Spuren suchen müssen...

Aber die Tatsache, das sie rannten, war Grund genug, eine ganz heiße Fährte dahinter zu vermuten.
Schnell sprang der Mann auf und dehnte sich, nun würden seine Ausdauer und seine paar weiteren, illegal erlernten Zauber zum Einsatz kommen, die er ausser dem Auge von Killrogg' mal gelernt hatte.


Er dachte nach, während' er ihnen mit großem' Abstand folgte und dabei mit großer Konzentration den Boden im Auge behielt - denn jedes umgetretene Gras konnte ihm vielleicht den Weg weisen, wenn er sie mal aus den Augen verlieren sollte.
Für einen Kampf würden seine Fähigkeiten sicher nicht reichen - aber notfalls könnte er damit jemand anderen unterstützen, da war er sich sicher...

Es war nun an der Zeit... ... für sich selbst... ... und für 'Ihn'...
Ihm blieb keine Wahl! Für die Gerechte und wahre Sache, musste er sich in Gefahr begeben.
Das war er seinem' alten Lehrer einfach schuldig.
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Alt 05. April 2012, 19:48   #22
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Reya hatte die Augen auf den Boden gerichtet, wo die Schleifspur deutlich zu sehen war. Ab und zu machte sie auch ein paar Tropfen Blut aus. Sie war sich sicher, auf der richtigen Fährte zu sein und ging zielstrebig voraus, während Renald und Albrecht ihr mit etwas Abstand folgten. Renald war nervös. Diese Spur war zu offensichtlich. Der Kampf im Haus des Pfarrers war zu offensichtlich. Das alles passte nicht mit dem ersten Mord zusammen. Mit einem Seitenblick auf den jungen Schmied merkte er, dass auch dieser die Stirn in Falten gelegt hatte. Offenbar er nicht der Einzige, der beunruhigt war. War der Entführer wirklich so tollpatschig vorgegangen? Oder war es vielleicht jemand anders? Liefen gleich zwei Mörder in Seenhain herum?
Das Blut, welches sie im Haus des Pfarrers gefunden hatten, war definitiv Menschenblut und mit hoher Sicherheit das des Pfarrers selbst. Alarmiert hob Renald den Kopf, als er einen neuen Geruch wahrnahm. Sie waren bereits recht tief in den Wald eingedrungen. Gespannt sog er die Luft ein, um Antworten zu erhalten. Doch bevor er den Geruch identifizieren konnte, hörte eine Art bellendes Kichern zwischen den Bäumen und fuhr herum. Dann sah er sie.
In den Schatten der Bäume bewegten sich mehrere gebeugte Gestalten. Sie wirkten wie eine Kreuzung aus Mensch und Hund, mit pelzigen Körpern und langen, gelblichen Zähnen. Gnolle!
Die Spur hatte sie direkt in das Territorium der Gnolle geführt! Renald verfluchte seine Dummheit. Einige Meter vor ihnen war auch Reya stehen geblieben. Sie starrte mit geweiteten Augen zwischen die Bäume. Mit einer fließenden Bewegung löste den Hammer von ihrem Gürtel und den Schild von ihrem Rücken. „Wir sind nicht mehr alleine.“, sagte sie ernst.
Renald nickte nur. Er würde sich sicher nicht kampflos ergeben…
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Alt 09. April 2012, 21:23   #23
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Albrecht hatte erkannt, dass Renald genauso misstrauisch war, wie er selbst. Doch bevor der Schmiedelehrling dazu kam den eigentlich immer noch recht unbekannten, eher mysteriösen Mann darauf anzusprechen, änderte sich die Situation. Ihre Jagd, wenn man so wollte, hatte sie in das Gebiet der Gnolle geführt, sehr unangenehme Zeitgenossen. Sofort fluchte der junge Mann und zog sein Schwert. Diese Biester würden ihn nicht so schnell klein kriegen. Schließlich verstand er es nicht nur Waffen herzustellen, nein er konnte mit ihnen auch umgehen. Allen voran mit dem Schwert, welches er auch am liebsten benutzte und mit welchem er auch am meisten übte. Denn seiner Auffassung nach konnte man nur gute Waffen schmieden, wenn man mit ihnen umgehen konnte und wusste worauf man achten musste.

“Kommt nur her, wenn ihr euer Leben verlieren wollt, ihr räudigen Köter!“

Brüllte Albrecht herausfordernd während er in Kampfstellung ging, bereit jeden Gnoll der ihm zu nahe kam anzugreifen. Es war nichts neues das diese Kreaturen die Gegend rund um Seenhain unsicher machten, die Bewohner oft nervten, oder gar bedrohten, wenn sie sich zu weit hinauswagten. Doch durch die Suche nach dem Pfarrer waren sie alle abgelenkt gewesen, sodass sie darauf nicht geachtet hatten. Was deshalb nicht ungefährlich war, da die Gnolle dafür bekannt waren die Gegend immer nur in Gruppen unsicher zu machen.
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Alt 15. April 2012, 19:05   #24
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Er wurde mal wieder bestätigt, warum er sich immer so vorsichtig und zurückhaltend' verhielt - ganz besonders, wenn er anderen Leuten folgte und mit ihnen abgelegene Orte oder Orte in der Wildnis aufsuchte...

Offenbar schien sich da vorne irgendwas zu befinden. Höchstwahrscheinlich Gnolle oder eine herumstreunende Patroullie von Blackrock-Ork's, die ab und zu doch immer mal wieder versuchen, das Rotkammgebirge zu infiltrieren...

Er machte das übliche, was er geübt und vorbereitet hatte. Er verbarg sich einige Meter in einem' Gebüsch und benutzte die wenigen, magischen Gegenstände, die er sich bei seiner Abreise... ... "ausgeborgt" hatte. Zwei Armschienen, die Ihn in Verbindung mit einem' Amulett und Schmuckstück dauerhaft für die Augen normaler Wesen unsichtbar machen konnten, obwohl er kein Schleicher war.
Ihr einziger Makel war, das wenn Er die Verborgenheit aufhob, er mindestens zwischen Zehn oder Zwanzig Minuten warten musste, bis sie ihn wieder verbergen konnten.

Hatte er auch darauf geachtet, mit genug Planzen-Überresten und Stoffen aus diesen möglichst seinen Geruch als menschliche Person zu überdecken? Man wusste nie, wann nicht doch zufällig ein Jäger mit einem animalischen Begleiter in der Nähe war - und diese konnten dank' der Nase ihres Begleiters verborgene Personen in der Nähe doch immer recht schnell ausfindig machen.


Diese Leute... ... ... waren seine einzige, bisherige Spur.
Er könnte es sich auf gar keinen Fall leisten, sie zu verlieren, indem' jemand sie nun umbringt.
In diesem' Moment verfluchte er es nochmal innerlich voller Leidenschaft, das ihm jemand' die Ausbildung in eine ordentliche Magieschule als Priester oder Magier verweigert hatte.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu konzentrieren und die wenigen Ressourcen zu nutzen, die sich er illegal und unerlaubt angeeignet hatte...
Vorsichtig umklammerte eine seiner Hände unter seiner Robe einen weiteren, magischen Gegenstand. Den einzigen, den er ausser einem' weiteren noch hatte und der als einziges wahrscheinlich wirklich für Kämpfe zu gebrauchen war.

" ... ich werde diese Leute garantiert nicht einfach widerstandslos draufgehen lassen. Ganz besonders nicht, wenn sie mir noch nicht bei meiner Spur weiterhelfen konnten. "


Er musste sich einfach darauf verlassen. Dies war das grösste, was er als freiwilliger Ermittler tun konnte, der selber einiges zu verbergen hatte.
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Alt 16. April 2012, 18:01   #25
Dryade
 
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Dass Gnolle ihr Territorium bissig verteidigten, war allseits bekannt. Zwar trauten sie sich selten direkt an die Stadt heran, aber wenn man sich in ihr Gebiet verirrte, gab es kein Pardon.
Entsprechend sprangen die ersten Wesen bereits knurrend auf die kleine Gruppe zu. Reya hob ihren Schild und knallte ihn dem ersten Angreifer gegen den Schädel, woraufhin dieser benommen zurücktaumelte. Sie war bei den Stadtwachen ausgebildet worden und wusste wie man kämpft. Das musste auch der zweite Gnoll, der sie angriff, spüren, als ihm der Hammer der jungen Frau den Schädel zertrümmerte. Plötzlich hörte sie hinter sich ein tiefes Knurren. Reya wirbelte herum und blockte den Knüppelschlag des Gnolls mit dem Schild ab. In der Drehung warf sie einen Blick auf ihre Mitstreiter.
Renald stand einige Sekunden ganz ruhig zwischen den Bäumen, die Augen geschlossen. Erst nach einigen tiefen Atemzügen öffnete er sie und zog seine Messer. Ein Gnoll hatte ihn bereits ins Auge gefasst und stürmte sabbernd auf ihn zu. Der Mann blieb ganz ruhig und bewegte sich erst in dem Moment, als der Gnoll auf ihn einhieb.
Leichtfüßig wie eine Katze wich er dem Angriff aus, drehte sich und stand plötzlich hinter seinem Gegner. Bevor dieser begriff was gerade passiert war, schlitzten die langen Messer ihm den Rücken rechts und links von der Wirbelsäule der Länge nach auf.
Renald zog die Klingen heraus und duckte sich in den Schatten eines Baumes. Er verschmolz beinahe mit den Schatten, so dass er nur noch mit einem sehr geübten Auge zu erkennen war.
Ein Gnoll, der einen schweren Morgenstern schwang, sah ihn jedenfalls nicht und wollte einfach an dem Baum vorbeilaufen, doch der Mensch sprang aus dem Schatten, landete erneut hinter seinem Gegner und rammte ihm beide Messer in den Nacken, so dass sie durch die Kehle wieder heraustraten. Gurgelnd brach die Kreatur zusammen. Eine Sekunde lang starrte Renald auf die Leiche herab und atmete tief durch, um seinen Puls normal zu halten. Kurz warf er einen Blick zu dem jungen Mann, der ihm seinen Namen noch nicht genannt hatte, dann verschmolz er wieder mit den Schatten.
__________________
When I get sad, I stop being sad and be awesome instead. True story.
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