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  1. #1
    Dryade Benutzerbild von theUnf0rgiven
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    Schatten über Seenhain

    Schatten über Seenhain

    Die Sonne kroch langsam über den Horizont und tauchte die Bergspitzen des Rotkammgebirges in das charakteristische blutrote Licht, dass dem Gebirge seinen Namen gab.
    Die Vögel in den Bäumen zwitscherten fröhlich, während die kleine Kutsche die Brücke über den See entlangratterte. Als sie Seenhain erreichte, berührten bereits die ersten Sonnenstrahlen den Boden. Eine leichte Brise wehte und machte die sich anbahnende Wärme des Tages erträglich. Kurz gesagt, es war ein herrlicher Morgen.
    Die Kutsche stoppte vor dem Gasthaus des idyllischen Örtchens. „Wir sind soeben in Seenhain angekommen!“, verkünndete der Kutscher gutgelaunt vom Bock aus. „Alles aussteigen!“
    Mehrere Personen kletterten aus dem Inneren der Kutscher. Die meisten betraten sofort die Taverne, wohl Abenteurer oder Geschäftsleute. Agatha Perthens allerdings wandte sich von dem Gasthaus ab und ging die Hauptstraße gen Osten hinauf. Sie war eine ältere Dame, deren silbernes Haar zu einem strengen Knoten gebunden war. Sie war nach Seenhain gekommen, um ihre Tochter und deren Mann einen Besuch abzustatten. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie von der Hauptstraße abbog und auf das Häusschen zulief, indem ihre Tochter lebte. Sie hatte ganz vergessen, wie schön Seenhain zu dieser Jahreszeit war. Vergnügt klopfte sie an die Tür.
    Niemand antwortete. Agatha klopfte noch einmal, dieses Mal etwas lauter, doch wieder kam keine Antwort. Vielleicht schlafen sie noch, dachte sie verärgert. Die alte Frau drückte gegen die Tür, die sich widerstandslos öffnen ließ. Mit einem Schulterzucken trat sie ein. Dann würde sie eben in der Stube warten, bis ihre Tochter sich zum Aufstehen bequemte.
    Doch als sie das Haus betrat, schlug ihr ein merkwürdig süßlicher Geruch entgegen. Verwundert schnupperte sie. Der Geruch kam aus den oberen Stockwerken. Sie kannte sich mit solchen Dingen nicht aus, aber es roch beinahe wie der Gestank der Verwesung. Besorgt kraxelte sie die Treppe zum Schlafzimmer hinauf. Der Geruch wurde stärker, er schien direkt aus dem Schlafzimmer zu kommen.
    Verwundert rief sie nach ihrer Tochter. „Mary? Seid ihr da drinnen?“
    Keine Antwort. Agatha schluckte, als sie die Tür zum Schlafzimmer vorsichtig aufschob. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, was sich im Innern des Zimmers befand.
    Dann schrie Agatha Perthens aus Leibeskräften.

    Reya Dawnlight von der Stadtwache rümpfte erneut die Nase. Der Gestank in dem kleinen Zimmer war alles andere als angenehm. Was allerdings nicht verwunderlich war, wenn man die Szenerie betrachtete.
    Reya hatte gerade ihren morgendlichen Patroulliengang entlang der Hauptstraße von Seenhain begonnen gehabt, als eine ältere Frau völlig atemlos und panisch schreiend auf sie zugestürmt war. Die Alte war kreidebleich gewesen und hatte etwas von zwei Leichen geschrien und dabei wild gestikuliert. Reya war ihr sofort zu dem Haus gefolgt, aus dem sie gekommen war. Doch was immer sie auch erwartet hatte, es war nicht das, was sie in dem kleinen Schlafzimmer vorgefunden hatte. Im ersten Moment musste die junge Stadtwächterin einen heftigen Würgereiz unterdrücken.
    Das große Bett in der Mitte des Raumes war mit getrockneten Blutflecken übersät, doch das war nicht alles. An den hölzernen Schränken rechts und links an den Wänden hingen zwei tote Körper. Beide waren bereits von der Verwesung angegriffen und mit zahlreichen Wunden entstellt. Den Körpern nach handelte es sich um einen Mann und eine Frau. Beide waren nackt und an Hand- und Fußgelenken mit langen, rostigen Nägeln an die Schränke gepinnt worden. Doch das schlimmste waren die Gesichter. Von beiden Gesichtern war die Haut vollständig abgezogen worden, so dass anstelle der Gesichter nur zwei morbide grinsende Totenschädel auf das Bett zu starren schienen.
    Es stank fürchterlich. Maden krochen aus den Körperöffnungen und Fliegen schwirrten überall im Raum umher. Reya holte tief Luft und versuchte sich zu konzentrieren. Dass es sich hier offensichtlich um einen Mord handelte, war kaum zu übersehen. Die junge Offizierin schluckte und warf einen Blick zu ihrem Vorgesetzten, Major Flintstone, den sie sofort verständigt hatte. Der kräftige Soldat hatte gerade die völlig aufgelöste alte Dame herausgebracht, die die Leichen entdeckt hatte. Mit einem Seufzen sah er sich um. Auch sein Gesicht war angesichts der entstellten Leichen etwas blass geworden.
    „Was für eine abscheuliche Tat.“, stellte er fest. „Haben Sie die Spuren schon aufgenommen, Dawnlight?“
    Reya nickte und blickte auf das Pergament in ihrer Hand. „Zwei Leichen, eine männlich, eine weiblich. Beide weisen schwere Schnittwunden auf. Zahlreiche Blutflecke auf dem Bett und am Boden. Gesichter zur Unkenntlichkeit entstellt.“
    Mit einer knappen Handbewegung nahm der ältere Offizier den Bericht hin. Langsam schritt er das Zimmer ab. „Die Wunden wurden vermutlich mit einem langen Messer oder einem Schwert zugefügt. Offenbar sind sie die Todesursache. Dem Blut zufolge können wir davon ausgehen, dass die beiden Opfer in diesem Raum ermordet worden sind. Der Verteilung des Blutes nach zu urteilen, sind sie erst erstochen worden, dann an die Schränke gepinnt worden.“ Er sah sich weiter um und rieb sich das Kinn.
    Reya trat näher an eine der Leichen heran. Sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihr der Gestank und die Leichen zusetzten. „Irgendwelche Anhaltspunkte, wer der Mörder ist oder wie er eingedrungen ist?“
    „Da die Tür nicht abgeschlossen war, ist er vermutlich dort eingedrungen. Da der Großteil der Blutflecken sich auf dem Bett befindet, sind sie vermutlich im Schlaf erstochen worden.“
    In diesem Moment betrat der Priester der Gemeinde Seenhain, Pfarrer Alvarich Lightbender, den Raum. Auch er musste husten und wandte sich mit grünlichem Gesicht ab, als er die Leichen erblickte. Als er sich wieder gefasst hatte, seufzte er schwer. „Beim heiligen Licht! Für diese Schäfchen kommt jeder Segen zu spät. Ich kann nichts mehr für sie tun.“
    Reya hatte, obwohl sie eher eine Kämpferin war, selbst die Lehren des Lichtes erforscht und hatte sich vom Pfarrer ein wenig Lehren lassen, wie man das Licht anrief. „Aber Pfarrer, gibt es nicht auch Gebete oder Sprüche, die einen Toten wieder zum Leben erwecken können?“, fragte sie.
    Lightbender wandte sich zu ihr und lächelte. „Das ist richtig, mein Kind. Jedoch beherrschen nur die wenigsten und mächtigsten Priester und Paladine diesen Zauber.“, er seufzte wieder. „Und selbst wenn ich es könnte, diese Leichen sind bereits zu stark verwest, um etwas zu tun. Es tut mir leid, mein Kind.“
    Major Flintstone nickte grüblerisch. „Er hat Recht. So wie sie aussehen, sind diese beiden armen Teufel schon seit mehreren Tagen tot. Das bedeudet, der Mörder ist wahrscheinlich schon längst über alle Berge. Ich bezweifle, dass eine ausgiebige Fahndung Sinn hätte.“
    Er wandte sich um und bedeutete den anderen beiden, das Zimmer zu verlassen. Vor der Tür verabschiedete er den Priester, dann wandte er sich an Reya. „Das war sicher nicht leicht für Sie, Dawnlight. Ich glaube, ich kann Ihnen für heute Dienstfrei geben. Gönnen Sie sich etwas Ruhe.“
    Der Major salutierte knapp und marschierte dann davon.
    Reya starrte ihm hinterher. Sie war verärgert, wie schnell er eine Untersuchung abgetan hatte. Kopfschüttelnd wandte sie sich um und ging zu dem erstbesten Ort, der ihr einfiel: Die Taverne.
    Im Innern herrschte das übliche Treiben. Seenhain war keine große Stadt, deshalb war hier auch nur selten etwas los. Drei Männer spielten an einem Tisch in der Ecke Karten, zwei weitere standen am Tresen. Weitere Gäste saßen an den Tischen verteilt.
    Reya bestellte sich ein Glas Wasser und ließ sich grübelnd an einem leeren Tisch nieder. Wahrscheinlich hatte der Major Recht, dachte sie, während sie sich eine Strähne blonden Haars aus dem Gesicht strich. Sie bemerkte die Blicke einiger Männer. Ohne Zweifel besaß die junge Frau eine gewisse Attraktivität. Reya war anfang zwanzig, und besaß ihrer militärischen Ausbildung entsprechend einen schlanken, athletischen Körper. Ihr freundliches, offenes Gesicht wurde von dichtem hellblonden Haar umrahmt und ihre Augen waren Haselnussbraun. Doch die Rüstung einer Stadtwache hielt die meisten Männer davon ab, sie anzusprechen. Das war auch besser so, denn auf die Gesellschaft der meisten Männer, die sich in der Taverne herumtrieben, konnte Reya gut verzichten.
    Sie wandte den Blick wieder ihrem Glas zu, dass sie nachdenklich in der Hand drehte. Wahrscheinlich hatte der Major Recht und der Mörder war längst über alle Berge. Sie fragte sich, wann man die Leichen wohl entdeckt hätte, wenn die Mutter der Betroffenen nicht zu Besuch gekommen wäre. Reya selbst überlegte, wann sie Mary Perthens oder ihren Mann das letzte Mal gesehen hatte. Sie konnte sich nicht erinnern.
    Die Perthens hatten etwas abseits von der Hauptstraße gelebt und die Taverne nie besucht, so dass man sie nur selten zu Gesicht bekam. Nur ab und zu hatten sie sich in der Öffentlichkeit blicken lassen. Doch wann war das letzte Mal gewesen?
    Während Reya sich angestrengt versuchte zu erinnern, blendete sie das Treiben in der Taverne um sich herum aus und merkte kaum noch, was um sie herum passierte…
    Geändert von theUnf0rgiven (04. April 2012 um 12:01 Uhr)
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  2. #2
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    Albrecht betrat mit schnellen Schritten die Taverne von Seenhain und nickte dem Wirt zu, der schon bescheid wusste. Es war jeden Tag dasselbe, immer wenn der junge Mann mit seinen kurzen schwarzen Haaren, mit ungepflegten Dreitagebart die Taverne betrat, setzte er sich an einen der freien Tische, bestellte sich ein Bier, sowie etwas zu essen. Albrecht war nämlich der zweite Lehrling des Schmiedes, welcher erst vor einigen Monaten seine Lehre begonnen hatte. Die Arbeit war anstrengend, aber der 18 Jährige brauchte nun einmal das Geld. Außerdem gab es nicht so viele Möglichkeiten für einen jungen Mann eine Arbeit zu bekommen und da er nun mal recht fit und kräftig war, war dies die bestmögliche Stelle.

    „Danke.“

    Meinte Albrecht zum Wirt, als dieser ihm einen Krug Bier, sowie einen Teller Eintopf auf den Tisch stellte. Der Lehrling war schon so etwas wie ein Dauergast wenn man so wollte, da er immer zum Essen herkam, schließlich musste er bei Kräften bleiben. So machte er sich begierig über die Mahlzeit her und hörte wie zwei Männer am Nebentisch über ein grauenvolles Ereignis redeten. Irgendetwas von Mord und unglaublich, dass so etwas hier in Seenhain geschah und ähnliches konnte Albrecht heraushören. Er verstand immer nur kleine Teile des Gesprächs, doch im Moment lies es den Jungen noch kalt. Zuerst würde er fertig essen, danach würde er nachfragen von was die Beiden da redeten. Denn es wäre einmal ganz etwas neues, wenn in dem Ort hier etwas Aufregendes passieren würde.
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  3. #3
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    Draussen vor der Kneipe saß indessen abgelegen eine Person auf einem' der für Seenhain markanten, dicken Holzpfosten, die aus dem Boden rausragten und dies nicht nur am Rand zum See.

    Die Gestalt machte mit ihrem Aussehen den Eindruck eines heruntergekommenen Wanderer's oder Zauberkundigen. Die Person trug eine blassbraune Robe, die eine Kapuze besaß und bis auf das Gesicht den Großteil ihres Kopfes verdeckte. In den rau aussehenden Händen blätterte diese in einem' Buch herum, das vom weiten etwas mitgenommen aussah.

    Es war ein auf den ersten Blick etwas älter aussehender Mann mit einem recht kurzen, aber stark ausgeprägten Bart, der ihm einen Hauch von adeligen Zügen verlieh. Der Bart verlief nämlich nur genau an der Kinnlinie entlang und mündete in der Mitte seines Kinn's in einer leichten Verlängerung, die ein an einen Ziegenbart erinnerte.

    Alles in allem wirkte das Aussehen der Person recht simpel und unweigerlich etwas streng...
    Auffällig war, das die Augen des Mannes recht blass schienen und einen leichten Blauton besaßen. Man konnte vermuten, das er auf einem Auge vielleicht blind war, oder aus irgendeinem' Grund vielleicht einfach nur schlechte Augen hatte.

    Aber das würde man nur denken, wenn man es unbedingt wollte. Da er immerhin entgegen der Sonnenrichtung lesen konnte, sodass diese ihm mindestens halbwegs direkt in's Gesicht schien, konnte man sicher davon ausgehen, das seine Augen uneingeschränkt funktionierten.

    Manchmal allerdings blinzelte er leicht hin- und her...

    ... augenscheinlich wartete er hier auf irgendjemanden.
    Zu den Anwohnern gehörte er wohl nicht und niemand hatte auch genau gesehen, wann der Mann plötzlich in Seenhain aufgetaucht war.


    Vielleicht ein zufällig vorbeikommender Reisender, oder ein Mitglied irgendeines Geheimdienstes des Königshauses von Sturmwind?
    Diese sollen ja angeblich gerne Boten nach Seenhain schicken, da dies so abgelegen und ruhig ist...
    Doch dies waren nur abenteuerliche Erwägungen.

  4. #4
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    Reya bemerkte die Ankunft des Schmiedelehrlings nur am Rande. Der junge Mann setzte sich unweit von ihr an einen Tisch und bestellte seine übliche Bestellung. Sie wollte sich gerade wieder ihren Gedanken widmen, als sie aufhorchte. Zwei Männer am Tisch neben dem Schmied tuschelten aufgeregt etwas. Reya runzelte die Stirn, als sie Fetzten des Gesprächs auffing. Es ging um „Mord“, „Leichen“ und „schreckliche“ Dinge. Dies war mal wieder der Beweis, wie schnell sich Gerüchte in einem so kleinen Dorf herumsprachen. Mehrere Tage lang hatte niemand Notiz von der Abwesenheit der Perthens genommen, aber nachdem man Leichen entdeckt hatte, wussten es plötzlich alle.
    Plötzlich zog etwas anderes Reyas Aufmerksamkeit auf sich. Am Tisch der Kartenspieler, nahe bei dem um diese Zeit nicht entzündeten Kamin, war es laut geworden. Die Stadtwächterin blickte herüber. Zwei der Kartenspieler kannte sie, es waren Hank Smokey und Krom Bullseye. Wann immer Reya die beiden gesehen hatte, hatten sie irgendwo gesessen und Karten gespielt. Doch der dritte Mann war offenbar ein Fremder. Seine Gesichtszüge waren ungewöhnlich scharf geschnitten, der Teint etwas dunkler als hier üblich und das bräunliche Strubbelhaar hing ihm ein wenig ins Gesicht. Sie musste feststellen, dass er auf eine etwas verwegene Weise sehr gut aussah.
    Hank war jetzt aufgestanden und zeigte mit dem Finger auf den Mann. „Ihr seid ein Schurke und ein Falschspieler!“, sagte er laut. „Ein gottverdammter Betrüger!“
    Krom nickte und erhob sich ebenfalls. „Aufknüpfen sollte man ihn!“, rief er erbost, während er bedrohlich mit der geballten Faust herumfuchtelte. Der Fremde blieb ruhig sitzen lächelte beschwichtigend. „Behaupten kann das jeder, doch könnt Ihr es auch beweisen?“
    Krom wurde rot vor Zorn und kam auf den Mann zu. „Ich brauche nichts beweisen! Hank hat es gesehen und ich hab es gesehen, wie die letzte Karte gerade aus deinem Ärmel gerutscht ist du betrügerischer Hundesohn!“, fluchte er aufgebracht. Seine wild fuchtelnde Faust verfehlte das Gesicht des Mannes nur um Zentimeter.
    Der Fremde sprang auf und starrte Krom bedrohlich an. Im Stehen konnte man sehen, dass sein Körper zwar schlank, aber durchaus durchtrainiert war. Doch noch etwas kam zum Vorschein: Am Gürtel des Mannes hingen zwei lange, blitzende Messer. „Ich bin also ein Betrüger, ja?“, knurrte der Mann und legte die Hände auf die Messergriffe. „Sag das nochmal, du stinkiger…“
    „Sofort aufhören!“
    Reyas Stimme schnitt dem Fremden das Wort ab. Mit einem Stirnrunzeln drehte er sich um und musterte die Stadtwächterin von oben bis unten. Seine Hände blieben auf den Messern ruhen. Krom drehte sich sofort um. „Ah, jemand von der Stadtwache!“, seufzte er erleichtert. Die Farbe, die beim Anblick der Messer etwas aus seinem Gesicht gewichen war, kehrte langsam zurück. „Dieser Mann ist ein Falschspieler und Betrüger! Und ein Fremder noch dazu! Dürfen wir ihn aufknüpfen?“
    Reya schüttelte den Kopf und legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter, allerdings ohne den Blick von den Messern abzuwenden. Sie musste mit einem Mal an die Schnitte auf den Körpern der Leichen denken. Messer wie diese könnten durchaus die Ursache dafür sein. Sie taxierte den Fremden misstrauisch, während sie überlegte, wie sie die Situation am Besten entschärfen könnte.
    Geändert von theUnf0rgiven (05. März 2012 um 21:56 Uhr)
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  5. #5
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    Albrecht war gerade mit dem Essen fertig geworden, als es in der Taverne laut wurde. Wie sich herausstellte gab es Streit beim Kartenspielen. Der Schmiedelehrling nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Bierkrug und beobachtete das Geschehen stumm. Anscheinend hatte einer der Mitspieler betrogen, jedenfalls behaupteten dies die beiden anderen Mitspieler, welche auch Albrecht kannte. Da der junge Mann selbst öfters mitspielte um sich die Zeit zu vertreiben, sowie zu entspannen. So schmunzelte Albrecht zu Beginn einfach nur, da es nichts Ungewöhnliches war, dass es zu einem Streit beim Kartenspielen kommen könnte.

    “Heut scheint ja mal wieder einiges los zu sein. Merkwürdige Gerüchte und nun eine Auseinandersetzung.“

    Ging es Albrecht durch den Kopf, als der Streit ernster wurde, als der Fremde seine Hände schon an seinen Klingen hatte und sich so die Stadtwache Reya, welche auch in der Taverne anwesend gewesen war, in das Geschehen einschaltete. Er kannte sie vom sehen und von einigen flüchtigen, meist oberflächlichen Gesprächen. Doch eines war ganz klar, es war eine heikle Situation, welche gleich ernst werden könnte, da nicht einzuschätzen war wie der Fremde reagieren würde. So überlegte Albrecht ob er etwas unternehmen sollte. Schließlich trank er den letzten Rest seines Bieres aus. Ob er es tat um seinen Mut zu stärken, oder doch nur um seinen Durst zu stillen war nicht wirklich ersichtlich, doch schließlich erhob er sich langsam und räusperte sich.

    “Ich will ja nicht stören, aber wie wäre es mit einer neuen Partie? Welche von der Stadtwache überwacht wird? Dann kann niemand betrügen und es besteht die Chance für euch beide euer Geld zurückzugewinnen, während der Fremde die Möglichkeit hat, seinen Gewinn gegebenenfalls zu erhöhen. Wie heißt es immerhin unter uns Spielern so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Außerdem ist der Tag heute doch viel zu schön um einen Kampf anzufangen. Nichts was man nicht bei einem Krug Bier und einer guten Kartenpartie regeln könnte. Für den Fall der Fälle würde ich mich auch als Mitspieler anbieten, falls gewünscht.“

    Meinte der Schmiedelehrling am Ende seiner Worte mit einem amüsierten Schmunzeln. Ja er stand zu dieser Aussage, er spielte selbst für sein Leben gerne und riskierte manchmal auch so einiges von seinem Geld, manchmal gar zu viel. Doch bis jetzt hatte es meist ein gutes Ende für Albrecht gehabt.
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  6. #6
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    Fast den ganzen Morgen hatte sich der fremde Mann in Seenhain unauffällig darüber erkundet, ob man hier die eine oder andere Leiche gefunden hätte - von jemanden, der über die Tage hier verschwunden sei'...

    Und sehr zu seiner Nachdenklichkeit hatte man ihn bestätigt... ... ... so langsam konnte er also das Bewegungsmuster erkennen, in denen die Morde geschahen.
    Irgendwer schien sich da für ungeheuer mächtig zu halten - und hoffentlich war es nur blutrünstiger Abschaum.

    Nach langen Versuchen, in denen der Fremde fast schon jämmerlich wie ein Bettler darum bat, hatte man ihn endlich unter Aufsicht von zwei Stadtwachen einen Blick auf die Entstellten werfen lassen, die man schon in Kürze einäschern würde wollen...


    Es missfiel' ihm nicht nur, das sie so aussahen, wie auch in den anderen Städten und Orten die Opfer aussahen - sondern das es wirklich genauso aussah, wie... ...

    " Jemand scheint hier Ritualmorde der abartigsten Sorte durchzuziehen... ! Wenn dazu auch noch mehrere, mächtige Magiewirker dahinterstecken, könnte in den nächsten Monaten ein größerer Dämonenfürst damit angerufen werden, wenn meine Befürchtungen eintreffen... !"


    Verdammt! An wen sollte er sich nur wenden? Die meisten Menschen würden ihn sicherlich nur für einen wandernden Spinner, einen umherziehenden Verrückten halten - und weitere widerrum würden in ihm einen Täter vermuten, wenn nicht gar vielleicht DEN Täter, der all' diese Leute auf dem Gewissen hatte!

    " Bei Lothar's Bartspitze ... ... würden die Wächter von Tirisfal noch leben, wäre das ganze kaum der Mühe wert! Nun stehe ich hier und kein Landei' oder Truppenmitglied Sturmwind's wird auch nur eine Ahnung haben, das vielleicht ein neuer Kult von Geisteskranken dahinterstecken könnte!"


    Es war zu markant, als das es nach einem' Zufall aussehen tut. Es sieht genauso aus, wie aus den alten Wälzern aus der Scholomance.
    Den Opfern scheinen Teile der Haut des Blutes als Zutaten für ein Gemisch genommen worden zu sein - lediglich die sonst so üblichen Anrufungszirkel und Kreise fehlen bei diesen Morden.

    Allerdings ... ... ...


    War das ganze vielleicht auch eher das Werk vieler, verschiedener Täter - anstatt weniger, die nach einem Serienmuster mordeten.

  7. #7
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    Die Augen des Fremden huschten hin und her zwischen Reya, Albrecht und Kartenspielern. Er schien die Anwesenden abschätzend zu mustern. Dann zuckte er mit den Schultern. Sein Blick wanderte zu Albrecht. „Schön, dann spielt Ihr mit den beiden alten Griesgramen weiter.“
    Er ging auf die Tür zu, doch Reya stellte sich ihm in den Weg. Verdutzt sah der Fremde sie an. Dann huschte ein verwegenes Lächeln über sein Gesicht. „Wollt Ihr mich vielleicht auf mein Zimmer begleiten, junge Dame?“, sagte er mit spöttischem Unterton. „Ich bin zwar nicht wirklich gefährlich, aber wenn Ihr mich unbedingt begleiten wollt, hätte ich nichts einzuwenden.“
    Die Stadtwächterin verzog keine Miene. „Nicht gefährlich? Das sehe ich anders.“ Ihr Blick blieb auf seinen Messern hängen. Ohne Zweifel wären diese Waffen fähig gewesen, Wunden von der Tiefe der auf den Leichen gefundenen Schnitte zu verursachen.
    Der Fremde runzelte die Stirn. „Ernsthaft? Wollt Ihr mich jetzt festnehmen, weil ich beim Kartenspielen ein wenig getrickst habe?“
    „Normalerweise würde ich Euch mit einer Verwarnung davonkommen lassen. Aber die Umstände erfordern etwas schärferes Hinsehen.“, erwiderte Reya. „Zwei Bewohner des Ortes sind vor kurzem auf grausame Weise ermordet worden. Ihr seid ein Fremder, anscheinend ein Betrüger und Eure Klingen sind sicherlich nicht zum Brot schneiden gedacht.“, sagte sie ernst.
    Der Mann starrte sie unverwandt an und sein Gesicht zuckte kurz. Doch einen Sekundenbruchteil später war sein Ausdruck wieder ungerührt. „Ein Mord? Wo? Und wann?“, fragte er tonlos.
    Reyas Blick fixierte ihn abschätzend. Sie wusste nicht recht, was sie denken sollte. „Die Leichen sind schon etwas älter, aber die Art, wie sie getötet wurden, ist bestialisch.“
    Der Fremde zuckte mit den Schultern. „Ich bin erst heute hier angekommen, der Wirt kann es Euch bestätigen.“, sagte er ungerührt. „Somit dürfte Euer Verdacht hinfällig sein. Ich mag vielleicht ein Spitzbube sein, ein Halunke und ein Tunichtgut, Mylady, aber ich bin kein Mörder.“ Obwohl er diese Worte sehr ernst sagte, zwinkerte er ihr dabei mit einem Auge zu. „Wenn Ihr erlaubt, ziehe ich mich jetzt zurück. Falls Ihr mich später noch einmal aufsuchen wollt, fragt nach Renald Cheaptrick. Der Wirt wird Euch meine Zimmernummer sagen.“
    Stirnrunzelnd blickte Reya ihm hinterher, als er die Treppe zu den Schlafräumen hinaufstieg. Dann ging sie zum Wirt.
    „Edward, könntest du mir einen Gefallen tun?“, fragte sie den backenbärtigen Mann.
    Der Wirt grinste. „Für dich immer Reya, du hältst mir doch den Laden hier sauber.“
    Sie nickte. „Nichts zu danken, das ist mein Job. Aber könntest du ein Auge auf diesen Gesellen haben? Ich traue ihm nicht ganz. Wie lange hat er sein Zimmer bezahlt?“
    „Erstmal für drei Nächte. Aber er meinte, vielleicht würde er länger bleiben.“
    „Gut. Falls er früher abreisen will, unterrichte mich bitte sofort. Ohne Beweise kann ich ihn nicht festhalten, aber der Kerl bleibt verdächtig. Gestalten wie ihn findet man hier nicht oft.“, sie wandte sich ab und sprach zu den Anwesenden. „Dass hier ein Mord geschehen ist, weiß wohl mittlerweile der halbe Ort. Falls irgendjemand etwas Verdächtiges gesehen haben sollte, oder einen nützlichen Hinweis hat… zögert nicht, euch an die Stadtwache zu wenden.“
    Nach diesen Worten verließ sie die Taverne. Über diese Ereignisse musste sie erstmal eine Nacht schlafen. Auf jeden Fall hatte sie das Gefühl, dass diese Sache noch nicht beendet war. Auch wenn Ihr Vorgesetzter anderer Meinung war.


    Der Mond war halb von den Wolken verdeckt, als das Wesen durch die dunklen Straßen Lakeshires schlich. Trotz der jüngsten Tragödie patroullierten nachts offenbar keine Stadtwachen. An die Wände eines Hauses gedrückt, schlich die Kreatur hin zu dem einen Haus, aus dem der Gestank kam. Auch wenn ihre Augen in der Dunkelheit ebenso scharf sehen konnten wie bei Tage, dieses Haus hätte sie selbst blind gefunden. Der Gestank nach Verwesung stach geradezu in ihre feine Nase. Vorsichtig schoben die klauenbewehrten Hände des Wesens die Tür auf. Sie quietschte nicht und so konnte das Wesen unbemerkt die Treppe hochschleichen. Oben angekommen, verzog die Kreatur das Gesicht. Hier war der Gestank noch schlimmer, doch als sie den Raum betrat wusste sie auch warum. Wachsam huschte ihr Blick von den beiden Leichen an der Wand zum Blut auf dem Bett und wieder zu den Leichen. Die Kreatur näherte sich den Leichen und schnüffelte. Wie vermutet, beide waren bereits seit mehreren Tagen tot. Fünf oder sechs Tage mussten es mindestens sein. Mit seinen Nachtaktiven Augen musterte das Wesen die Schnittwunden auf den entstellten Körpern, dann schlich es zum blutbespritzten Bett. Beinahe genüsslich sog es den Geruch des getrockneten Blutes ein. Doch plötzlich stutzte es. Hatte seine Nase es getäuscht? Aber die Kreatur war sich so sicher gewesen… Neugierig streifte es mit der Klaue über eine Blutlache und steckte sie in den Mund. Der Geschmack war ungewohnt vertraut. Aber das konnte nicht sein… Oder doch?
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  8. #8
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    Die Situation beruhigte sich zu Albrechts Überraschung recht schnell, sowie anders als erwartet. Denn der Fremde meinte, dass der junge Mann mit den beiden Herren Karten spielen sollte, er hatte genug riskiert, für den heutigen Tag. Doch bevor der Fremde gehen konnte, stellte sich ihm Reya ihn den Weg. Der Unbekannte lies sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, ganz im Gegenteil, er nützte die Gelegenheit um die Stadtwache anzumachen, wenn auch ohne Erfolg. Leicht amüsiert schüttelte Albrecht seinen Kopf, der Falschspieler, wie er schließlich zugegeben hatte, war ganz schön dreist.

    “Mumm hat er, das muss man ihm lassen. Aber ob er mit dieser Methode wirklich so viel Erfolg hat?“

    Ging es dem Schmiedelehrling immer noch leicht schmunzelnd durch den Kopf, als Reya schließlich bestätigte, was Albrecht schon zuvor wage gehört hatte. Hier in dem sonst so ruhigen und langweiligen Ort Seenhain war ein Mord geschehen. Der Blick von Albrecht wurde sofort ernst, also stimmten die Gerüchte wirklich, unfassbar. Jetzt war auch klar warum die Stadtwache gegenüber dem Fremden so misstrauisch war, es ergab Sinn. Doch ob der Unbekannte wirklich ein Mörder war, oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort? Der junge Mann fuhr sich nachdenklich durch seinen Dreitagebart. Zwar hatte er sich gewünscht, dass hier einmal etwas los wäre, aber gleich ein Mord? Das hatte er sich nicht erhofft gehabt. Aber eines war klar, der Mörder musste gefunden werden. Denn so eine Tat durfte nicht ungestraft bleiben.

    “Na und wie sieht es aus, habt ihr beiden noch Lust auf eine Partie?“

    Fragte der junge Schmiedelehrling um sich abzulenken und auf bessere Gedanken zu kommen. Aber die beiden Spieler hatten nach der Aufregung mit dem Betrüger für den heutigen Tag genug. So bestellte sich Albrecht mit einem enttäuschten Seufzer noch ein Bier, bevor er schließlich wieder an seine Arbeit ging und nach Beendigung dieser gleich Nachhause, um in sein Bett zu gehen, da er vom ganzen schmieden doch recht müde war.
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  9. #9
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    Er wusste, das ihn dies nicht unbedingt sicherer machte, doch er beschloß, in einem' abgelegenen Gästezimmer im Ratshaus zu übernachten...

    Ein ehemaliger Freizeit-Möchtegern-Kundiger wie er, der sich in Büchern vergräbt, wo andere ständig irgendwelche arkanen Zauber üben und wirken - ein Gegenstandsverzauberer und Alchemist war er verglichen mit den meisten, anderen...

    ... ... es war einfach schlichtweg unmöglich für ihn, in der Taverne zu übernachten.
    Er bezahlte sogar Siebzig Silberstücke an den Hausmeister als Zeichen des guten Willen's und um zu beweisen, das er kein Schmarotzer war, der umsonst hier übernachten wollte.

    Doch wenn er eines vermeiden wollte - dann auf jeden Fall, das ihn einer der vielen Herumreisenden innerhalb der Taverne erblickt und als Gast vermutet...

    Wenn es nämlich so ist, wie es in den anderen Dörfern auch immer war, dann ist der Mörder eventuell noch mindestens ein paar Tage im Dorf... ... und wird vor seiner Abreise noch mindestens ein weiteres Opfer ermorden.


    " Dies wäre dann der beste Moment, ihn auffliegen zu lassen und ihn zu stellen...
    ... ... ich kann und will einfach nicht mit dem Gedanken leben, das man meinen ehemaligen Kollegen und Lehrer beschuldigt, dahinter zu stecken... ... und ihn solcher Schandtaten beschuldigen, NUR weil er verschwunden ist... !"



    Die üblichen Vorbereitungen waren getroffen. Er war genauso vorgegangen, wie früher auch immer.
    Nur mit dem Unterschied, das er inzwischen, heute und nach Jahren, viel besser geworden war.

  10. #10
    Dryade Benutzerbild von theUnf0rgiven
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    Am nächsten Morgen betrat Reya mal wieder die Taverne. Da das Frühstück in der Kaserne der Stadtwache alles andere als hohe Kochkunst war, zog sie es des Öfteren vor, hier zu speisen. Obwohl es recht früh war, sah sie bereits einige bekannte Gesichter. Der Schmiedelehrling saß heute mit den Kartenspielern am Tisch, die Swayze-Brüder hatten bereits um diese Uhrzeit das erste Bier in den Händen und in einer abgelegen Ecke saß der Fremde, der gestern der Falschspielerei überführt worden war. Die Kartenspieler warfen ihm gelegentlich einen düsteren Blick zu, sonst war aber alles friedlich. Seufzend bestellte Reya sich ein Spiegelei mit Würstchen und ließ sich unweit des Fremden nieder, um ihn im Auge behalten zu können. Er wirkte heute weniger frisch als gestern, dunkle Stoppeln überzogen seinen Kieferbereich und er wirkte unausgeschlafen.
    Als der Wirt ihre Bestellung brachte, begann sie eilig zu essen. Heute würden die Leichen aus dem Haus abtransportiert werden, um das was von ihnen übrig geblieben war, angemessen zu bestatten.
    Als sie im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm, sah sie überrascht auf. Der Fremde war aufgestanden und kam auf sie zu. Ohne um ihre Erlaubnis zu bitten, setzte er sich ihr gegenüber. Er zwinkerte ihr zu, wirkte aber sonst eher nachdenklich. Reya öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber der Mann kam ihr zuvor.
    „Ich wollte mich nur für mein Betragen gestern entschuldigen.“, sagte er geradeheraus. Verdutzt starrte sie ihn an. „Ich verstehe, dass Ihr unter Stress steht wegen dieser Mordsache. Ich wollte Euch nicht noch zusätzlichen Ärger machen.“
    Misstrauisch runzelte sie die Stirn. Das passte gar nicht zu dem Eindruck, den sie gestern gewonnen hatte. Unwirsch winkte sie ab.
    Der Fremde lächelte jetzt. „Ich werde hier bleiben, solange ich noch unter Verdacht stehe und mich für Fragen zur Verfügung stellen.“, sagte er mit einem leicht spöttischem Unterton, der schon eher zu ihm passte. „Aber ich könnte Euch auch bei der Ermittlung behilflich sein. Ich bin viel herumgekommen und habe schon einiges gesehen. Meine Erfahrung könnte Euch von Nutzen sein.“
    Reya schüttelte unwirsch den Kopf. „Nein danke. Wir können das Problem auch ohne die Hilfe von umherziehenden Taugenichtsen lösen. Der Mörder wird ohnehin längst über alle Berge sein. Die Leichen sind schon mehrere Tage alt.“
    „Das glaube ich nicht.“
    Verdutzt starrte sie ihn an. „Was? Wisst Ihr etwas darüber?“
    Er schüttelte den Kopf. „Ich habe Vermutungen, mehr nicht. Lasst mich die Leichen, bevor sie beerdigt werden, noch einmal sehen und untersuchen. Wie gesagt, ich habe Erfahrung. Ich kann Euch helfen.“
    When I get sad, I stop being sad and be awesome instead. True story.

  11. #11
    Blau Staff Benutzerbild von DerElb
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    Albrecht mochte den neuen Tag. Nicht nur das ihm das Essen in der Taverne heute besonders gut geschmeckt hatte, nein er hatte auch sehr viel Glück beim Kartenspielen. Er hatte nämlich nur Gewonnen, ja so ein Start in den Tag war einfach nur schön. So war es nicht verwunderlich, dass der Schmiedelehrling sehr guter Laune war.

    “Danke für die Spiele, aber ich habe für den Moment genug. Außerdem geht die Arbeit bald los, sollte vorher noch etwas entspannen. Aber als Entschädigung, dass ich euch ausgenommen habe, spendiere ich euch ein Bier.“

    Kaum zu Ende gesprochen setzte der junge Mann seine Worte auch schon in die Tat um, bestellte beim Wirten die Biere und für sich selbst ein Glas Milch. An sich war Albrecht ja selbst ein Freund dieser edlen, kühlen, alkoholischen Flüssigkeit. Doch da es noch recht früh am Morgen war und er arbeiten musste, verzichtete er darauf, jedenfalls für den Moment. Zu Mittag würde er sich dann ein kühles Bier gönnen, nachdem er fleißig gearbeitet hatte. Aber dadurch, dass er zur Theke gegangen war, hatte Albrecht auch den Schluss des Gespräches von Reya und dem Fremden gehört. Verwundert brachte sich so auch der Schmiedejüngling in das Gespräch.

    “Entschuldigung für die Unterbrechung, aber worauf beruht die Vermutung? Wenn ihr schon Erfahrung mit solchen Sachen habt, klingt das für mich persönlich nicht gerade vertrauenswürdig. Wie auch, wenn jemand öfters etwas mit Mord zu tun hat? Natürlich will ich nichts unterstellen, aber wenn man schon so daherredet, sollte man auch sagen woher man seine Erfahrungen und Vermutungen hat. Andernfalls ist es normal gleich etwas Schlechtes anzunehmen, vor allem in der heutigen, gefährlichen Zeit. Wenn so etwas wie ein Mord selbst in einem sonst so ruhigen Ort wie Seenhain geschieht.“

    Der Blick des schwarzhaarigen Mannes war ernst, aber nicht unfreundlich. Ja es war eindeutig keine Anschuldigung, oder Herausforderung, sonder eine schlichte Feststellung die Albrecht kundtat. Er war nun mal direkt, aber brachte sein Anliegen somit gleich auf den Punkt. Wie der Fremde wohl darauf reagieren würde? Immerhin legte Albrecht sonst keine aggressive Haltung oder ähnliches an den Tag, im Gegenteil, er stand recht entspannt da.
    Hier könnte auch ihre Werbung stehen!

    Ivica Vastic, ein Mann mit Nerven aus Stahl!

  12. #12
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    Perfekt! Man stellte ihm nicht halb soviele, lästige Fragen, wie er zuerst befürchtet hatte - und ließ ihn sogar nahezu "umsonst" einen Braten mitessen, weil er Morgen's dem Schlachter beim ausnehmen eines großen Wildschwein's mitgeholfen hatte.

    Was für ein Leben! So kernecht und natürlich - ein Urlaub von seiner sonstigen Heimat und seinem' Alltag, wenn auch hart und anstrengend.
    Nun würde der schwierigere Teil kommen... ...


    Würde er sich einfach umhören und die Leute fragen, würde der eventuell noch hier rumlaufende Mörder schnell ahnen, das ihm jemand auf der Schliche ist.
    Dazu kann er sich auch mal eben sehr schnell selber verdächtig machen, wenn er es falsch angeht, oder einfach nur ein wenig zuviel Pech hat.

    Doch das war es ihm wert... ... ... für seinen Kameraden ... für seinen einstigen "Lehrer" !!
    So wie es aussieht, wird er sich darauf beschränken müssen, die Anwohner Nachts mittels Magie ausspionieren zu müssen. Mit einem' der wenigen Sprüche, die er kennt.

    Erst war die Möglichkeit sehr verlockend', den Wirt zu befragen ... ... ... doch was ist, wenn dieser in den Morden irgendwie mit drinsteckt??
    Die Wahrscheinlichkeit, das es sich um mehrere Täter handelte - oder eben Syndikats-Strukturen, die in jeder Stadt und jedem' Dorf mindestens Einen fest angereisten Mitarbeiter hatten, war bei solch einer Organisation und dem Muster gar nicht unwahrscheinlich, mitdem die Morde verübt wurden.


    Bei Thoradin's Wall, wenn Mathias Shaw ihn doch jetzt sehen könnte!
    Er selber verrichtet die ganze Arbeit, die der dämliche SI:7 Geheimdienst von Sturmwind verrichten sollte.

  13. #13
    Dryade Benutzerbild von theUnf0rgiven
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    Der Fremde, der sich am vorherigen Abend als Renald Cheaptrick vorgestellt hatte, musterte den Schmiedelehrling, der ihn von der Seite angesprochen hatte, scharf. Dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht. „Eure Intelligenz straft Euer bäuerliches Aussehen Lügen, junger Mann.“, sagte er augenzwinkernd. Ohne die Frage Albrechts zu beantworten, drehte er sich wieder zu Reya um. „Ihr solltet Euch auf die Hilfe, die Euch angeboten wird, einlassen. Die stadtwache wird nicht mit allen Problemen allein fertig. Lasst Euch helfen.“
    Reya starrte ihn unsicher an. Sie war ziemlich verwirrt. Was wusste dieser Mann? Warum wollte er ihr unbedingt helfen? Schließlich zuckte sie die Schultern. „Von mir aus, seht Euch die Leiche an. Aber nur unter meiner Aufsicht.“, sagte sie ein wenig steif.
    Renald grinste breit und wandte sich zu Albrecht um. „Und vielleicht will dieser junge Mann hier ja auch mal einen Blick darauf werfen. Ich bin sicher, sein helles Köpfchen könnte Euch behilflich sein.“, obwohl die Worte wie ein Kompliment klangen, war der leicht spöttische Unterton in seiner Stimme nicht zu überhören.
    Reya wirkte noch immer verärgert, wollte die Sache aber offenbar hinter sich bringen. „Nun gut, folgt mir. Aber wenn Ihr Unsinn macht, bekommt Ihr meinen Zorn zu spüren.“, sagte sie warnend.
    When I get sad, I stop being sad and be awesome instead. True story.

  14. #14
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    Albrecht schmunzelte nur stumm, als Renald meinte er sei klüger als er aussehe, sagte dazu jedoch nichts. Immerhin gab der Schmiedelehrling nicht so viel auf das Lob eines Fremden, wo man nicht wusste wie ernst es wirklich gemeint war, zum anderen brauchte er ja auch nicht jeden Kommentar bewerten und beantworten. Als sich das Gespräch jedoch wieder auf die Leichen lenkte und ihm auch angeboten wurde mitzukommen, nickte der junge Mann schließlich.

    “Ja ich komme auch mit. Außerdem keine Sorge Reya, ich stelle schon keinen Blödsinn an.“

    Die Aussage von Renald lies Albrecht indessen unkommentiert. Er hatte keine Lust sich auf eine Diskussion oder ähnliches einzulassen. Zudem war er schon mehr als zufrieden damit die Leichen sehen zu dürfen und vielleicht bei der Lösung des Falles zu helfen. Schließlich durfte der, oder die Täter einer so schrecklichen Tat nicht ungeschoren davonkommen. So folgte Albrecht der Stadtwache und Renald einfach stumm. Was der junge Mann nun wohl zu sehen bekommen würde?
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  15. #15
    Paladin T2 Benutzerbild von DerOrk
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    Das Prickeln von Magie war für einen Moment auf der Haut der Anwesenden zu spüren...
    Und dann war es auch schon wieder vorbei... so schnell, wie es gekommen war.
    Was war das? Eine Einbildung? Ob die Anderen es auch bemerkt hatten?

    Eine Irritation, aufgrund des schönen Tages, der sich langsam über das Rotkammgebirge ergab?
    Wie auch immer - auf dem Weg zur Leiche konnte man ganz schwach das Gefühl mal stärker, mal schwächer spüren - aber es war definitiv vorhanden. Wie eine verwirrte Reaktion der Haut, nachdem man unfreiwillig ausgerutscht und im juckenden Kothaufen eines Ettin's gelandet war.

    Das Gefühl verfolgt sie, bis hinein an den Ort, an den man den Verstorbenen gebracht hatte... ... ... und vielleicht auch seinen Mitbewohner.

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