Raidbündnisse – oder auch, wie streitet man sich richtig?

Viele kennen es, und viele würden es gerne vergessen. Von Raidbündnissen ist die Rede. Kleinere Gilden schließen sich zusammen, ohne dabei zu fusionieren aber um dennoch raiden zu können. Hierbei gibt es immer Unterschiede zwischen den Gilden. Die eine Gilde bringt mehr Priester mit in den Raid, die andere hat wiederrum im Allgemeinen mehr Charaktere. Foren müssen miteinander geteilt werden, sowie das Teamspeak für Raids und von beiden Seiten werden meist mehrere Leute für die Raidorganisation gestellt. Alles in Allem ein Vorteil für kleinere Gilden, aber dennoch oftmals ein großer Konfliktfaktor.

Diese Konflikte beginnen oftmals schon im Vorfeld eines Raids. Person A mag Person B aus der jeweils anderen Gilde nicht und schon wird im Gildenchat fleißig gehetzt. Wo wir gerade dabei sind, der Gildenchat wird bei nicht so erfolgreichen Raids oftmals zur Lästerecke, wo jeder über die Raidmitglieder der anderen Gilde frei und offen je nach Belieben herziehen kann. Frei nach dem Motto, was er nicht weiß macht ihn nicht heiß. So können schon die ersten Queleren entstehen und eine negative Stimmung tritt auf.

Ein weiterer Konfliktfaktor ist die Organisation. Eine Gilde für einen Raid startklar zu machen ist nicht gerade einfach, aber trotzdem machbar. Allerdings zwei unterschiedliche Gilden für einen gemeinsamen Raid vorzubereiten ist schon eine Ecke schwieriger. Man muss viel koordinieren und immer wieder mit der Leitung der anderen Gilde Dinge wie Raidzeiten oder Lineup absprechen. Wenn diese Arbeit nicht gut unter der Raidorganisation aufgeteilt wird kommt es zu weiteren Komplikationen.

Damit wären wir beim nächsten Punkt – die Raidorganisation. Normalerweise besteht diese nicht aus vielen Leuten, aber bei einem Raidbündnis wollen ja alle gleichberechtigt sein und deswegen gibt es dort meistens (zu) viele Leute, die Aufgaben übernehmen. Wenn viele Leute zusammen arbeiten gibt es natürlich immer wieder jemanden, der sich ausruht, nur ein Mitläufer ist und den anderen die Arbeit überlässt. Wird dieser jedoch aus der Raidorganisation rausgeschmissen oder wird seine Arbeit in Frage gestellt gibt es direkt Probleme zwischen den Gilden. Allen voran ist es wichtig, dass die beiden Raidleiter (meistens stellt jede der Gilden in einem Raidbündnis einen Spieler, der Raidleiter ist), die während des Raids die Ansagen machen, Taktiken erklären und die Mitstreiter anspornen oder falls Bedarf danach ist auch zusammenstauchen gut miteinander harmonieren. Wo bei den meisten Gilden nur ein Raidleiter vorhanden ist, sind es bei Bündnissen fast immer mehrere. Übernimmt jedoch der eine dabei mehr Aufgaben oder hat einen höheren Anteil am Geschehen als der jeweils Andere kann dies zu weiteren Problemen führen, was aber natürlich genau so gut bei einer normalen Gilde auftreten kann, die intern raidet.

Dies soll jetzt auch keine allgemeine Schwarzmahlerei der Raidbündnisse sein. Es gibt eine Menge Raidbündnisse, die lange bestehen und erfolgreich raiden, aber die Top-Gilden haben meistens keine Bündnisse und Gilden zerfallen nicht so leicht wie ein Bündnis, denn man kann ja einen neuen Bündnispartner suchen. Eine neue Gilde zu gründen erschwert die Arbeit erheblich. Außerdem besteht innerhalb einer Gilde eine bessere Kommunikation als in einem Bündnis. Man hat einen Gildenchat und auch meistens mehr „Freunde“ innerhalb der Gilde als im Bündnis. Jedoch enstehen auch viele Freundschaften zwischen Spielern der beiden Gilden, die auch noch anhalten wenn ein Bündnis zerfallen sollte. Leider ist die „Sterberate“ von Bündnissen ziemlich hoch besonders bei nicht so erfolgreichen Raids. Jedoch hat Blizzard dem Ganzen etwas Abhilfe verschaffen. Karazhan beispielsweise ist für 10 Spieler ausgelegt und sollte prima von einer Gilde alleine zu organisieren und zu schaffen sein. Die nächstgrößeren Instanzen sind für 25 Spieler ausgelegt und 25 ist zugleich die höchste Spieleranzahl, die für Raids in The Burning Crusade benötigt wird. Vor The Burning Crusade benötigte man für die großen Instanzen noch 40 Spieler und nun für die Größten nur noch 25. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, damit Gilden nun intern raiden können. Falls man jedoch die Elite zweier Gilden haben möchte für die 25er Instanzen, um nur mit den besten Leuten zu raiden, kann man natürlich ein Bündnis eingehen, jedoch sollte man dabei an die Leute in den Gilden denken, die dabei auf der Strecke bleiben könnten wenn nur noch die sogenannte Elite raidet.

Im Großen und Ganzen sind Raidbündnisse eine heikle Angelegenheit, die kleinen Gilden zu Raids verhelfen aber oftmals zu Streitereien und Konflikten führen und in Tränen enden können.

Von Snipeandgo für inWoW geschrieben.