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  1. #1
    Benutzerbild von golfreloaded
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    Schweigepflicht und Datenschutz post mortem ... vergiss es!

    Germanwings: Pilot Andreas Lubitz war bei mehreren Ärzten - SPIEGEL ONLINE

    Welche Gefahr in Verzug besteht denn, dass man nun bei 10 Ärzten vorbeischaut und deren Unterlagen einsammelt? Dass dabei ausschließlich Daten von Herrn Lubitz (wieso kenne ich den Namen?) anfallen, halte ich für unwahrscheinlich.
    Was geht uns das an, dessen Browserverlauf seiner letzten Tage zu kennen? Vom Wert dieser Information ganz abgesehen.


  2. #2
    Prinzessin
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    Benutzerbild von kray
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    Ist voll okay.

    Finde das sagt viel über die Tat und der Person aus... und empfinde es auch als Notwendig die Öffentlichkeit darüber zu informieren, ist immerhin eine Tragödie größeren Ausmaßes gewesen und nicht nur dein oder mein Opa der einen Infarkt erltten hat
    Verstehe dein Problem nicht. Ist doch Teil der Informationsfreiheit (oder nicht)? Zudem ist die Polizei doch verpflichtet aufzuklären ob es sich um einen Unfall/Mord/Angriff gehandelt hat.

    Wie lässt sich das alles sonst vereinen?
    Geändert von kray (03. April 2015 um 17:30 Uhr)

  3. #3
    Benutzerbild von Cestus
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    Die Öffentlichkeit muss all das nicht wissen. Kein Stück.
    Dinge die in meinen Beiträgen nie vorkommen werden: Fremdwörter und Redundanz

  4. #4
    Benutzerbild von Firesnake
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    Zumindest nicht so viele Details. Schlimm genug, dass seine Familie damit fertigwerden muss, da muss man nicht noch 100 Millionen Leuten seinen Vor-, Nachnamen, Krankengeschichte und Browserverlauf auf die Nase binden. Ich verstehe auch nicht ganz, warum das erlaubt wird.
    Über das Schaffen aller Erfolge in WoW 3.3.3:
    Zitat Zitat von MissMelody Beitrag anzeigen
    Für diese Leistung ist also kein großer Zeitaufwand von nöten, lediglich "Skill".
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  5. #5
    Benutzerbild von welcome.gg
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    Ich verfolge schon seit Tag 2 nach dem Absturz die ganzen Artikel nicht mehr. Da hat sich die deutsche Medienlandschaft von ihrer lächerlichsten Seite gezeigt.
    "Once I m in the ring I m a god. No one could beat me. I walk around the ring but I never take my eyes off my opponent. Even if he s ready and pumping, and cant wait to get his hands on me. I keep my eyes on him. I keep my eyes on him. Then once I see a chink in his armor, boom, one of his eyes may move, and then I know I have him. Then once he comes to the center of the ring he looks at me with his piercing look as if he s not afraid. But he already made that mistake when he looked down for that one tenth of a second. I know I have him." - Mike Tyson

  6. #6
    Benutzerbild von Firesnake
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    Nicht nur die deutsche
    Über das Schaffen aller Erfolge in WoW 3.3.3:
    Zitat Zitat von MissMelody Beitrag anzeigen
    Für diese Leistung ist also kein großer Zeitaufwand von nöten, lediglich "Skill".
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  7. #7
    Moderator Benutzerbild von Finlay
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    Ich finde schon dass die Motive und Ursachen eines solch umfassenden erweiterten Suizids einer öffentlichen Aufarbeitung bedürfen. Das öffentliche Interesse ist nicht so gerinigschätzig zu bewerten wie das manche im ersten Eifer jetzt hier tun, während sie den Zeigefinger heben und auf die bösen Medien schimpfen.
    Da könnte man genauso gut fragen warum über Adolf Hitler post mortem soviel recherchiert und veröffentlicht wurde und was es uns genau angeht, wie und wann er Selbstmord begangen hat. Über den post mortem Datenschutz von Adolf Hitler scheint sich dann doch wieder keiner zu scheren, dessen erweiterte Angehörige heute übrigens allesamt unter geänderten Namen irgendwo abgeschieden leben und zeitlebens darum bemüht sind, dass ihre Verwandtschaftsverhältnisse nicht an die große Glocke gehängt werden.
    Wenn ich jetzt in der Fußgängerzone kleine Mädchen mit meinen Fäkalien bewerfe stehe ich einfach im Fokus der öffentlichen Ermittlungen. Da hat man dann als Angehöriger einfach Pech.

  8. #8
    Benutzerbild von Bonti
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    Das hat mit Interesse nichts mehr zu tun! Die breite Öffentlichkeit ergötzt sich lediglich daran, oder hast Du oder ich als Nichtbetroffene ein direktes Interesse?

    In Australien ist das Medienschutzrecht deutlich weiter und da wäre so ein Scheiß wie hier nicht passiert. Voller Name, volles Bild, alle Krankheiten, einfach alles wird ausgegraben und der Masse vorgeworfen. Absolut eklig!

  9. #9
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    Benutzerbild von kray
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    Zitat Zitat von Cestus Beitrag anzeigen
    Die Öffentlichkeit muss all das nicht wissen. Kein Stück.
    Doch... die Öffentlichkeit soll wissen das es Selbstmord war, das der Typ in Behandlung war aber sich bemüht hat das Geheim zu halten.

    Das ist dann auch eine Frage der Schuld. Hätte der Arbeitgeber handeln müssen? War er fahrlässig?

    Das was vom Browserverlauf öffentlich gemacht wurde, war eindeutig Tat-relevant... Soweit ich weiß stand da nichts davon das er regelmäßig Pornoseiten besucht hat oder was er auf Amazon gekauft hat

    Desweiteren, bei Mördern (worunter er sozusagen auch fällt) und Verbrechern regt sich sonst auch niemand auf. Ist wieder super heuchlerisch.
    Hier wurde der Name vom Täter genannt, nicht vom Opfer.
    Selbst wenn er Depression hatte, so hat er noch ~170 (oder wieivele das waren) mitgenommen, anstelle sich von irgendeinen Haus zu beenden.

    Das hat mit Interesse nichts mehr zu tun! Die breite Öffentlichkeit ergötzt sich lediglich daran, oder hast Du oder ich als Nichtbetroffene ein direktes Interesse?
    Ja? Die Schulklasse die verreckt ist kamen aus Haltern, ist quasi 30 Minuten von mir entfernt,,, interessiert mich schon ein bisschen was in meiner UMGEBUNG abgeht, mehr als die Müllinseln in Afrika und Co.
    Geändert von kray (04. April 2015 um 14:23 Uhr)

  10. #10
    Moderator Benutzerbild von Finlay
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    Zitat Zitat von Bonti Beitrag anzeigen
    Das hat mit Interesse nichts mehr zu tun! Die breite Öffentlichkeit ergötzt sich lediglich daran, oder hast Du oder ich als Nichtbetroffene ein direktes Interesse?

    In Australien ist das Medienschutzrecht deutlich weiter und da wäre so ein Scheiß wie hier nicht passiert. Voller Name, volles Bild, alle Krankheiten, einfach alles wird ausgegraben und der Masse vorgeworfen. Absolut eklig!
    Ich bin der Meinung dass jeder Mensch ein Interesse daran hat, der irgendwann mal in Betracht zieht in ein Flugzeug zu steigen und sein Leben damit dem Pilotenteam anzuvertrauen.
    Woran Lubitz genau litt, was es für Anzeichen gab und inwiefern man Maßnahmen ergreifen kann um so etwas in Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern. Das sollte auch öffentlich und transparent geschehen, damit eventuelle Maßnahmen auch für die Bevölkerung nachvollziehbar sind.

    So wie es beispielsweise aussieht, hat Lubitz Krankschreibungen ignoriert. Eventuell sollte bei Berufen mit großer öffentlicher Verantwortung der Arbeitgeber vom Arzt/Therapeuten direkt über eine Krankschreibung informiert werden, ohne den Weg über den Krankenschein.
    Oder man schließt bei solchen Berufen akute Suizidgefahr in die Informationspflicht der Ärzte gegenüber dem Arbeitgeber ein, wie es beispielsweise bei Epileptikern oder Diabetikern Gang und Gebe ist.
    Dass es einem Piloten gelungen ist seine jahrelange Depression während der Berufsausübung vor seinem Arbeitgeber zu verheimlichen, gibt Anlass zum Nachdenken.
    Und genau diesen Denkprozess würde ich als Passagier eben gerne nachvollziehen können, wenn ich mich das nächste mal in ein Flugzeug setze.

  11. #11
    Benutzerbild von Mugiwara
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    sehe ich wie finlay.. bei berufen wo man nicht nur für sich selbst verantwortung trägt, aka pilot, busfahrer, lockführer what ever, sollte der arbeitgeber über sowas informiert werden.

    sorry, aber das leben von nen paar 100 leuten, ist mir wichtiger wie die persönlichkeitsrechte eines einzelnen...

    es geht dabei auch nicht darum, dass der psychologe dem arbeitgeber mitteilt, wenn der pilot auf sex mit kühen steht und sich deshalb behandeln lässt. es geht nur darum, dass akut suizid gefährdete menschen nicht mehr hinter das steuer eines flugzeugs oder what ever gesetzt werden dürfen...

    genauso wie leute mit akuten gewaltfantasien oder so.. was wenn nen pilot seinem therapeuten erzählt, dass er täglich davon träumt amok zu laufen, oder sein flugzeug vor nen berg zu fliegen, würdet ihr dann immernoch wollen, dass der arzt das keinem erzählt?
    There is only one god, and his name is: "Death".
    And there is only one thing we say to "Death": "Not today!"

  12. #12
    Benutzerbild von golfreloaded
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    Zitat Zitat von Finlay Beitrag anzeigen
    Ich finde schon dass die Motive und Ursachen eines solch umfassenden erweiterten Suizids einer öffentlichen Aufarbeitung bedürfen. Das öffentliche Interesse ist nicht so gerinigschätzig zu bewerten wie das manche im ersten Eifer jetzt hier tun, während sie den Zeigefinger heben und auf die bösen Medien schimpfen.
    Die Medien sind nicht mehr da, wenn Angehörige oder Bekannte in den nächsten Jahren bedroht werden.


    Zitat Zitat von Finlay Beitrag anzeigen
    Da könnte man genauso gut fragen warum über Adolf Hitler post mortem soviel recherchiert
    Allerdings hat Hitler selbst eine Biografie über sich geschrieben, der man dann wohl widersprechen darf. Zumal es hier um eine historische Person geht. Dieses Absturz ist keine historisches Ereignis, er wird nur medial aufgeblasen.


    Zitat Zitat von kray Beitrag anzeigen
    Doch... die Öffentlichkeit soll wissen das es Selbstmord war, das der Typ in Behandlung war aber sich bemüht hat das Geheim zu halten.

    Das ist dann auch eine Frage der Schuld. Hätte der Arbeitgeber handeln müssen? War er fahrlässig?
    Die Firma hat PR-Leute, Anwälte und hat sicher Connections. Er ist tot und kann sich weder verteidigen, noch verteidigen lassen.



    Zitat Zitat von kray Beitrag anzeigen
    Hier wurde der Name vom Täter genannt, nicht vom Opfer.
    Selbst wenn er Depression hatte, so hat er noch ~170 (oder wieivele das waren) mitgenommen, anstelle sich von irgendeinen Haus zu beenden.
    Finde es sehr bedenklich, wenn die einzige Alternative ein anderer Suizid sein soll.
    Aber es ist auch seltsam, dass die Selbsttöter völlig verschwiegen werden, aber der erweiterte Suizid medial ausgeschlachtet wird. Das gibt ein falsches Signal.


    Zitat Zitat von Finlay Beitrag anzeigen
    So wie es beispielsweise aussieht, hat Lubitz Krankschreibungen ignoriert.
    Ich weiß auf Anhieb ein halbes Dutzend Leute aus meinem Bekanntenkreis, die Probleme mit dem Arbeitgebern bekamen, weil sie sich an ihre berechtigten(!) Krankschreibungen hielten.

  13. #13
    Benutzerbild von welcome.gg
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    Man KANN es verfickt noch einmal nicht verhindern! GEHT NICHT! UNMÖGLICH! Ab sofort behält es eben jeder Pilot für sich wenn er Depressionen hat. Und dann?

    Mir ging es ab folgendem Zeitpunkt auf den Sack: 5000 Kamerateams an der Schule, wo 16 Schüler gestorben sind. Was zur Hölle hat die Presse da zu suchen? Oh hier, 100 € wenn du in mein Mikro sagst wie beschissen du dich gerade fühlst. Ekelhaft das ist sowas von zum Kotzen. Und natürlich schon 10 Artikel über die Mängel des Airbus, noch bevor klar war was passiert war. Inklusive 100 Experten in 200 Talkshows. Hauptsache schnell schnell schnell Masse Masse Masse. Behindert.

    Und ein Mörder gehört i.A. verpixelt und der Nachname bleibt unerkannt. Keine Ahnung warum das hier auf einmal anders sein muss. Er ist tot, die Familie kann nichts dafür, welchen Nutzen hat die Veröffentlichung? Gibt es einen Vorteil? Ich sehe nur Nachteile.
    "Once I m in the ring I m a god. No one could beat me. I walk around the ring but I never take my eyes off my opponent. Even if he s ready and pumping, and cant wait to get his hands on me. I keep my eyes on him. I keep my eyes on him. Then once I see a chink in his armor, boom, one of his eyes may move, and then I know I have him. Then once he comes to the center of the ring he looks at me with his piercing look as if he s not afraid. But he already made that mistake when he looked down for that one tenth of a second. I know I have him." - Mike Tyson

  14. #14
    Moderator Benutzerbild von Finlay
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    Zitat Zitat von golfreloaded Beitrag anzeigen
    Die Medien sind nicht mehr da, wenn Angehörige oder Bekannte in den nächsten Jahren bedroht werden.
    Das ist bisher noch nicht passiert und wird vermutlich auch die nächsten Jahre nicht passieren. Das ist völlig absurde Spekulation.
    Findest du es auch völlig daneben dass die Verbrechen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt und dem NSU in dem Verfahren in der Öffentlichkeit und den Medien mit ihrem vollen Namen aufgerollt werden?
    Da könnten doch genauso eventuelle Angehörige "bedroht" werden.


    Allerdings hat Hitler selbst eine Biografie über sich geschrieben, der man dann wohl widersprechen darf. Zumal es hier um eine historische Person geht. Dieses Absturz ist keine historisches Ereignis, er wird nur medial aufgeblasen.
    Oh doch, genau das ist es.
    Und selbst wenn, was können Hitlers Angehörige davor dass er jetzt halt mal eine historische Person war? Wieso fällt hier die Argumentation "die armen Angehörigen" plötzlich flach?


    Ich weiß auf Anhieb ein halbes Dutzend Leute aus meinem Bekanntenkreis, die Probleme mit dem Arbeitgebern bekamen, weil sie sich an ihre berechtigten(!) Krankschreibungen hielten.
    Und ich kenne hundert mal mehr Leute, die keinen Ärger bekommen haben. Und jetzt?
    Ein akut depressiver, suizidgefährdeter Mensch gehört einfach nicht ins Cockpit fertig aus. Und wenn er dadurch seinen Job verliert, dann ist das zwar tragisch für ihn, aber strikt notwendig. Ungeeignet ist ungeeignet, vorallem bei Piloten.

  15. #15
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    Zitat Zitat von Finlay Beitrag anzeigen
    Da könnte man genauso gut fragen warum über Adolf Hitler...
    Erster Godwinpunkt im 7. Post, nicht schlecht.

    1. AH war ein anderes Kaliber
    2. AH ist schon sehr lange tot

    Dass die Medien sich wie die Geier auf den Absturz stürzen, war klar. Die Frage ist, warum in einem Land, wo es eigentlich eine ärztliche Schweigepflicht gibt, solche Dinge so schnell an die Öffentlichkeit kommen, genauso wie seine Browserhistory.

    Zitat Zitat von Mugiwara Beitrag anzeigen
    sehe ich wie finlay.. bei berufen wo man nicht nur für sich selbst verantwortung trägt, aka pilot, busfahrer, lockführer what ever, sollte der arbeitgeber über sowas informiert werden.

    sorry, aber das leben von nen paar 100 leuten, ist mir wichtiger wie die persönlichkeitsrechte eines einzelnen...

    es geht dabei auch nicht darum, dass der psychologe dem arbeitgeber mitteilt, wenn der pilot auf sex mit kühen steht und sich deshalb behandeln lässt. es geht nur darum, dass akut suizid gefährdete menschen nicht mehr hinter das steuer eines flugzeugs oder what ever gesetzt werden dürfen...

    genauso wie leute mit akuten gewaltfantasien oder so.. was wenn nen pilot seinem therapeuten erzählt, dass er täglich davon träumt amok zu laufen, oder sein flugzeug vor nen berg zu fliegen, würdet ihr dann immernoch wollen, dass der arzt das keinem erzählt?
    Was die Öffentlichkeit wissen darf:

    - er war depressiv
    - er hat Krankschreibungen ignoriert

    Was die Öffentlichkeit nichts angeht:

    - er hat im Internet nach Selbstmordmethoden gesucht
    - er hat im Internet nach Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren gesucht
    - SEIN VOLLER NAME VERDAMMT NOCHMAL

    Zitat Zitat von Finlay Beitrag anzeigen
    Ein akut depressiver, suizidgefährdeter Mensch gehört einfach nicht ins Cockpit fertig aus. Und wenn er dadurch seinen Job verliert, dann ist das zwar tragisch für ihn, aber strikt notwendig. Ungeeignet ist ungeeignet, vorallem bei Piloten.
    Die Frage ist, wie man es verhindert und wo man die Grenzen zieht. Im Endeffekt müsste man einen Präzedenzfall für die erhebliche Einschränkung von Persönlichkeitsrechten schaffen.

    1. Müssen Piloten jetzt ihren Job angeben? Müssen es andere? Müssen es alle?
    2. Ärzte müssen also bei Piloten den Arbeitgeber informeren. Bei Busfahrern? Bei Taxifahrern? Bei Lehrern? Feuerwehrmännern? Polizisten? Wo ziehst du die Grenze und wie begründest du sie?

    Man muss sich ernsthaft Fragen, ob solche Schritte in Anbetracht des lächerlich kleinen Risikos gerechtfertigt sind. Das ist ein ganz klassisches menschliches Phänomen. Wir fordern ein Handeln nicht als Reaktion auf ein Risiko sondern aus emotionalen Gründen. Der Gedanke, dass dich ein Pilot gegen einen Berg fliegt und du NICHTS dagegen tun kannst ist nunmal hundert mal grausamer, als dass dein Kind im Pool des Nachbars ertrinkt, obwohl letzteres wohl tausend mal wahrscheinlicher ist. Wo sind die Schreie nach Zaunpflicht oder Privatbademeister?

    Und ja, ich meine "lächerlich" absolut Wörlich. Meine Freundin ist Flugbegleitering und ich fliege gut 6-8x im Jahr und ich mache mir nach wie vor keine Gedanken darüber, ob uns ein depressiver Pilot gegen einen Berg fliegt. Wenn ich damit anfange, dann darf ich nie wieder in meinem Leben Treppen, Autos und Leitern benützen, schwimmen gehen, Kirschen essen, Fahrrad fahren oder meine Gasheizung benützen, denn alle diese Dinge (und auch sonst fast alles) sind eine deutlich größere Gefahr als suizidgefährdete Piloten.

    Es sind nicht nur die Medien, die dieses Ereigniss aufblasen, es ist einfach die absolute Unfähigkeit, Risiken nach ihrer Gefährlichkeit anstatt ihrem emotionalen Eindruck einzuschätzen.

    Allenfalls könnte ich mir regelmäßge Psychotests oder verpflichtende Gespräche mit einem Psychologen vorstellen, die explizit dazu dienen, die emotionale stabilität der Piloten zu prüfen. Die Ergebnisse bleiben geheim, solange kein Risiko festgestellt wird. Krankengeschichten in Zeitungen zu durcken hilft keinem.
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    Zitat Zitat von MissMelody Beitrag anzeigen
    Für diese Leistung ist also kein großer Zeitaufwand von nöten, lediglich "Skill".
    Wahnsinn aus der Welt der Werbung!

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